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Luther.
Uebcr die Nothwendigkeit einer Reformation der Universitäten sprach sichLuther, wie bereits oben erwähnt, im Jahre 1520 aus in der Schrift „an den christ-lichen Adel deutscher Nation über des christlichen Standes Besserung". Er beklagte estief, daß auf den Hochschulen ein freies Leben geführt, wenig der heiligen Schrift unddes christlichen Glaubens gelehrt ward und allein der »blinde heidnische Meister Ari-stoteles" regierte. Sein Rath gieng dahin, die Bücher des Aristoteles: kb^sioorum,Llstuxb^sions, 6s auims, Ltkieoruni gänzlich abzuthnn als verführerisch für den christ-lichen Glauben. Er spricht sich wiederholt in den stärksten Ausdrücken über den Scha-den aus, den Aristoteles angerichtet habe, indem der todte Heide des lebendigen GottesBücher verhindert habe. In einein Briefe an Johann Lange, Prior zu Erfurt, vom3. Febr. 1513 nennt er den Aristoteles einen Erzverläumder, einen Komödianten, der dieKirche mit der griechischen Larve geäfft habe, den er, wenn er nickt Fleisch gewesenwäre, sich nicht scheuen würde für den lebendigen Teufel zu halten. Wir wissen, wieMelanchthon darin anderer Meinung war. In einem Briefe an den Bayerischen KanzlerLeonhard Eck (1535) schreibt Melanchthon: Vsrs suim juckious xiurirnuor intsrssss
rsipublious, M ^ristotslss oonssrvslur st sxstst in sokolis ns 8srvstur in nmnilnmäisosntiuin. binin xrolsoto sivs boo suotors non solnrn non rotinsri puru xkilo-soxlüs. ssck ns guicksm justs, ckooovcki snt 6iosn6i rntio nlln srit. Dagegen wollteLuther es gern leiden, »daß ^.ristotsli» Bücher von der UoZiou, klrstorion Uostion be-halten oder sie in eine andere kurze Form bracht, nützlich gelesen würden, junge Leutezu üben, wohl zu reden und zu predigen, aber die Comment und Secten müßten ab-gethan und gleichwie Oiosroois llkstoriou ohne Comment und Secten, so auch ^riMo-tslis Lo^ion einförmig, ohne solche große Comment gelesen werden". Daneben wollteer die Sprachen, Lateinisch, Griechisch und Ebräisch, die mntlrsmutionZ ckisoixlirms unddie Historie. Er konnte nicht hoch genug von den Universitäten denken, da aus ihnendie christliche Jugend und unser edles Volk gelehret und bereitet würde. Die Aerztewollte er ihre Facultäten selbst reformiren lassen; die Juristen dagegen und Theologennahm er für sich und verlangte zum ersten, daß das geistliche Recht, von dem erstenBuchstaben bis ans den letzten, zu Grund ausgetilgt würde, sonderlich die Decretalen,da in der Bibel genug geschrieben sei, wie wir uns halten sollten. Er sah es mitBetrübnis, daß gerade auf den Universitäten die heilige Schrift hintangesetzt und daßdie Theologie auf die Ssntsntms statt auf Gottes Wort gegründet wurde. „Ich habe,so schreibt er am Schluffe des 25. Abschnittes der gedachten Schrift, große Sorgen,die hohen Schulen sind große Pforten der Höllen, so sie nicht emsiglich die heiligeSchrift üben und treiben in's junge Volk".
Das Evangelium wieder ans den Plan zu bringen war das A und O aller seinerBestrebungen auch in der Pädagogik. Als das Mittel erkannte er die Sprachen, dieGott um des Evangelii willen geschickt habe. Durch dieselben für die gelehrten Ständetüchtige Männer heranzubilden, die die Sache des Evangeliums in der Kirche und imweltlichen Regiment treiben und vertheidigen könnten, war ihm das Hauptziel bei allenSchuleinrichtungen. Obwohl der Zuschnitt aller Schulbildung auf diese Weise eingelehrter wurde, wesentlich für alle auf das Lateinische begründet, so erkannte doch auchLuther tief die Bedeutung eines volksthümlichen Unterrichtes mittelst der Religion undgründete denselben auf die Muttersprache, der er selbst mit schöpferischer Kraft zuerstwieder neue Wege bahnte und deren er sich überall bediente, wo es galt, den tiefstenBedürfnissen des Volkes entgegen zu kommen. Durch Bibel und Gesangbuch, deutschenGottesdienst mit deutscher Predigt und durch katechetische Unterweisung sollten die Grund-lehren des christlichen Glaubens allen gemein und zugänglich werden. Geht aus allenseinen Bestrebungen für den volksthümlichen Religionsunterricht seine tiefe Einsicht indie Bedürfnisse unseres Volkslebens hervor, wie sie vor ihm keiner offenbart hat, sowurde anderes, was er auf dem Gebiete der Pädagogik erstrebte, theils durch dieDenkweise und die Bedürfnisse seiner unmittelbaren Zeitgenossen bestimmt und bedingt,theils blieb es, da seine Hauptthätigkeit auf diesem Gebiete nicht zu suchen ist, zu all-