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7 (1869) Reinlichkeit - Schule
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Sachsen.

schule behauptete die Blüte, welche sie unter Daniel Traugott Möller (s. obenbei Dresden) erlangt hatte. In Plauen folgte ans den bei Bautzen charakterisirtcnRost von 175994 Gottlieb Wilhelm Irmisch, der seine Gelehrsamkeit durchdie noch immer schätzbare Ausgabe des Herodian bewies, worauf der allgemein bekannteErklärer des Cicero Johann August Görenz seine Stelle einnahm. Derselbe setztevon 18001811 seine Wirksamkeit in Zwickau fort, wo einer seiner Vorgänger derbei Annaberg genannte Christian Clodius war. Ruhm vor allen behaupteten dieThomasschule zu Leipzig unter Ernestis würdigem Nachfolger Joh. FriedrichFischerund die Nikolaischule, an welcher Reiskes Nachfolger waren G eorg Hein-rich Martini (-p 1794), dann Gottlieb Samuel Forbiger, an dem man dieMilde des Charakters eben so wie seine Gelehrsamkeit rühmte. Das Gute hatte dietreffliche Ernestische Schulordnung bewirkt, daß in den Zielpuncten, bis zu welchen dieGymnasialbildung zu führen sei, eine größere Uebereinstimmung zu herrschen begann.Dies diente eben so zur Erhebung der Universität Leipzig, wie die Sorge der Regie-rung für ihre Mittel, Anstalten und Lehrer, welche trotz des bekannten: Illxsia vrlltexpeetari, dennoch meist in Frische und Lebendigkeit, wenn auch um kärglichen Lohn,gefördert aber durch den Verdienst, welchen der Weltmarkt des Bnchhandels darbot,arbeiteten. Indem wir von den übrigen Facultäten und Wissenschaften schweigen, nennenwir die Männer, deren Thätigkeit durch Bildung von Lehrern den Schulen zunächstzu gute kam. Unter ihnen ist zuerst der in der Philologie gelehrte und gründliche Er-klärer alter Schriftsteller Professor der Theologie Samuel Friedrich Morus (-s 1798)zu nennen. Durch scharfsichtige Beobachtung der grammatischen und metrischen Gesetzezeigte einen neuen kritischen Weg zum Verständnis der alten Literatur Friedrich Wolf-gang Reiz (-s 1790) und in seinen Fußstapfen gehend, aber ihn bald überholend, dieGrundsätze der Kantischen Philosophie auf die Sprachforschung übertragend, begann1794 der große Gottfried Hermann seine Wirksamkeit an der Universität, derenWürdigung in die folgende Periode gehört. Schon vorher wirkte der treffliche ChristianDaniel Beck (geb. 1757, -s 1832), in fast allen Wissenschaften gründlich gelehrt und be-wandert und durch Eleganz der Darstellung ausgezeichnet. Indem er eine philologische Gesell-schaft unter den Stndirenden stiftete, legte er den Grund zum philologischen Seminar. Wennübrigens der bekannte Adelung (seit 1787 Hofrath und Oberbibliothekar in Dresden)auch nicht unmittelbar mit den Lehranstalten des Landes in Beziehung stand, seineWirksamkeit für deutsche Sprache konnte am wenigsten in diesen unbemerkt bleiben.

Wenden wir uns zu der zweiten Periode der Regierung Friedrich Augusts (nun-mehr I), so ist cs der schönste Ruhm derselben, daß selbst unter den Sorgen, Anstren-gungen und Opfern der Kriegszeit die Mehrung des Volkswchls nicht aus den Augengelassen wurde und die Thätigkeit für Schulen und Unterrichtsanstalten nicht ausgesetztblieb.*) Mitten im Kriegslärm ward 1809 das vierhundertjährige Jubiläum derUniversität Leipzig festlichst begangen, und auch ihre Verfassung zeitgemäß umge-bildet.**) Für unfern Zweck erwähnen wir zunächst, daß die Pädagogik eine Stellefand, indem 1815 eine außerordentliche und 1825 eine ordentliche Professur derselbeneingerichtet wurde. Der erste Inhaber dieser, Friedrich Wilhelm Lindner,mitten unter der Herrschaft des Rationalismus ein freier Bekenner des positiven Chri-stenglaubens, hat unter mannigfaltigen Anfechtungen doch nie die Treue für seinen Berufvergessen. Bis an seinen Tod (1832) wirkte Beck einflußreich fort, obgleich der jün-gere Mann, Gottfried Hermann, ihn überflügelte. Keiner von den Schulmännern,die wir uns seine Schüler nennen, wird ihn gegen den Tadel einseitiger kritischer undexegetischer Richtung und des Mangels an Systematik zu vertheidigen der Mühe Werth

*) G. N. von Bibra: Der sächsische Staat im Lichte der Negierung Friedrich Augusts desGerechten dargestellt. Dresden 1828.

**) Gretschel III. S. S2S29.