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7 (1869) Reinlichkeit - Schule
Entstehung
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Sachsen.

jedenfalls hauptsächlich für die höheren Elasten giltige Vorschrift finden wir hier fürdie Musik: Sie soll nicht so lange anfhalten und von andern nöthigen Studien ab-ziehen, das 6omxsnäium musieas §at>ri enthalte alles, was für die Knaben zu wissennöthig sei; der Unterricht kann auf gcwiße und etliche Tage der Woche beschränkt wer-den, ist aber, wo er täglich ertheilt wird, kurz abzubrechen. Da wir hierbei einentheoretischen Unterricht, mag er auch nur ganz compendiarisch sein, vorgeschrieben finden,so irren wir uns gewiß nicht, wenn wir die Absicht auf die Ausbildung künftigerLehrer zu Grunde liegend annehmen, wofür wir in der folgenden Zeit eine tatsäch-liche Begründung finden werden. Für die Stunden von 122 sind die größere sxn-taxis llllilixxi Llelanolltoitis, Verg-ilius oder auch Volumina pro sellola ^r§6ntinensieolloota*) und die (Mein Lieoronis, ein Buch nach dem andern, bestimmt. Währendbei jenen die Explication mit Beispielen und die Anweisung, daß und wie man solcheschöne kormnlus loguonäi im Reden und Schreiben imitiren soll, betont wird, ist fürdie Officien geradezu ein Arammatioum oxoreitium zu halten befohlen. Für den griechi-schen Unterricht von 23 ist, wie billig, die Grammatik von Martin Crusius beibe-halten. Zur Lectüre sind ungeordnet die griechischen Fabeln des Aesop, IsooratssDomonieum, Tenophons Cyropädie, Homer oder Hesiod, dann die Z-nomao sontontiasAraeeas, besonders XamuiEni,nach Gelegenheit der Zuhörer", d. h. nach der Be-fähigung der Schüler, jedenfalls in verschiedenen Decurien. Adam Siber scheint dem-nach wenn er die Grundlage zu dieser Schulordnung gegeben den Lucian auf-gegeben zu haben, sei es nun, daß er die genannten Schriftsteller für besser und not-wendiger erkannte, oder von Lucian die Nichtvermeidung jedes Aergernisses fürchtete.Ans Erfassung des Inhalts und Selbstformiren, auf fleißiges Colligiren und Aufscbreibender tllomata wird übrigens ernstlich Bedacht genommen. Da nun hier Dialektik undRhetorik gelehrt werden, so sind die zum oxoreitium stzlli bestimmten ar^umonta längerund schärfer zu stellen und in xorioäos eingeschlossen, damit die Jungen sich an dieComposition gewöhnen: sie bestehen nicht mehr in Briefen allein, sondern es wirdgewechselt mit einem oxorclium, einer narrativ, locus communis, eonürmatio, xer-oratio, äosorixtio ulieujus rei, traotatio talmlao oder dergleichen Progymnasma-ten, in denen sie so abgerichtet werden sollen, daß ihnen nachmals ganze äoola-mationos zu schreiben desto weniger schwer sei. Ich Lin nicht im Zweifel darüber,daß die Aufgabe solcher ganzen freien Arbeiten, namentlich Chrien, als Schluß undEndziel in der obersten Elaste selbst gestellt worden sei. Herrlich ist die Vorschrift,darauf zu sehen, nicht wie lang, sondern wie gut die sorixta sind; auch damit werdensich die meisten jetzt einverstehen, daß die xllrasos und imitationos auf den Cicero ge-richtet sind;sonst coacerviren die Knaben allein viel soutoutias aus andern scripto-rillus ohn' allen Verstand zusammen und haben nicht Achtung auf die xuritutemlinAuae". Freilich bietet auch die Schulordnung wenig Verleitung zur Nachahmunganderer Schriftsteller. Neben der selbstverständlichen Mahnung, daß beim Emendirendie Schüler zu belehren seien, wo sie in iuvontiono und in collationo rorum und dannin oiocutiono vordorum geirrt haben und wie sie es sollen verbessern, klingt allerdingsfür unsere Ohren in dieser höchsten Elaste die Anmahnung an den Lehrer auffällig:er solle rationem xunetorum nicht negligiren, daß sie commata, memtira und xsrioäoslernen, wenn schon wir dabei die Absicht, daß über Wichtigem doch auch das Kleinenicht übersehen werden dürfe, nicht verkennen.

Vielleicht ist schon manchem Leser ausgefallen, daß in dem bis jetzt ausgezogenenSchulplan von Religionsunterricht keine Rede gewesen ist; dennoch nimmt er in einembesondern Capitel von Wirkung der Gottesfurcht und der Zucht eine bedeutende Stelleein. Freilich von zusammenhängenden Vorträgen ist keine Rede: das Wort Gottes

Joh. Sturm, der größte Pädagoge der Zeit, war der Anreger und Verfasser dieserSammlung.