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7 (1869) Reinlichkeit - Schule
Entstehung
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Sachsen.

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Noten und des Gesangs, Rechnen und Grammatik, Latein und Griechisch, die denSchülern, welche aus höheren und niederen Ständen ausgenommen wurden, gestelltenAufgaben. Wir haben keinen Beweis, daß die ersten Bischöfe, welche selbst den Unter-richt ertheilten, ihrer Aufgabe nicht gewachsen gewesen Wären, oder dieselbe vernach-lässigt hätten, doch können wir auch nicht anders denken, als daß die Vorübung undAbrichtung für den Kirchendienst die vielleicht anfänglich gebotene Hauptsachegewesen sei. Mindestens scheint der wissenschaftliche Unterricht bedeutenden Rückschritterfahren zu haben, als die Leitung der Schule aus den Händen des Bischofs in dieeines Domherrn (des selwlustious, Scholaster) übergieng, mit dem bald ein zweiter(der ountor) die Arbeit theilte. Denn sehr frühzeitig riß auch hier die Unsitte ein,daß die Domherrnstellen als Versorgungsposten für Leute aus adeligen Familien be-trachtet wurden, welche zur treuen Versetzung der geistlichen Amtspflichten weder Befähi-gung noch guten Willen besaßen. Eine weise Fürsorge von Seiten der Bischöfe wares deshalb, daß während bis dahin die mit den genannten Aemtern betrauten Dom-herrn diejenigen, durch welche sie ihre Obliegenheiten erfüllen ließen, selbst erkorenhatten, um die Mitte des 13. Jahrhunderts dieselben stehenden Vicarien, einem Rectorund einem sucesutor, übertragen wurden,''*) das Amt des scüolastious demnach zueiner Aufsicht über die Schule herabsank. Doch auch die verbesserte Einrichtung liefertekein günstiges Resultat, vielmehr ward, nachdem das Münster St. Afra seine Schulein Meißen eröffnet hatte, die Zahl der Aufnahme in die Domschule suchenden und dortihre Bildung zu vollenden geneigten Knaben so gering, daß der Bischof und das Capitelvom Papst Nicolaus III. eine Bulle (21. Nov. 1275) **) sich verschafften, welche dieAufnahme von Domschülern ohne Genehmigung von deren Rector dem Propst und denChorherren von St. Afra verbot. Viele und nicht unbedeutende Stiftungen zum Genußfür die Domschüler waren dem Charakter des ganzen Zeitalters entsprechend Abmachungen,durch die man das Gewissen für den fehlenden Geist und die wahrhaft christlicheThätigkeit zu stillen suchte. Der ins Leben geweckte, fortschreitende wissenschaftlichereGeist ließ sich zwar von der Domschule nicht fern halten; die Anstellung eines Rectors,wie N. Johann Pollichius, von dessen Tüchtigkeit sein Freund, der Förderer derklassischen Literatur, Hermann von dem Busche, das günstigste Zeugnis ablegte***),dient ebenso zum Beweise dafür, wie das im Todesjahr des Genannten (1504) vondem Bischof Johann von Saalhansen erlaßne Verbot, außer dem guaäriviumirgend etwas anders, am wenigsten Erklärung der heiligen Schrift, öffentlich oderheimlich zu üben. Wir haben bereits der Klosterschule beim Münster zu St. Afrain Meißen gedacht, als einer Anstalt, gegen welche die Domschule zurücktrat. DieGründung des Münster selbst gieng ans der tiefen Einsicht uud dem geistlichen Pflicht-eifer des Bischofs Dietrich II. von Kittlitz (11901207) hervor. Derselbe sahmit Unwillen, wie die Domherrn der .geistlichen Obliegenheiten, welche sie in der Afra-kirche und dem Gotteshause Unserer lieben Frauen zu verwalten hatten, sich immerläßiger annahmen und dadurch dem Bisthum in seinem eignen Sitz die Kraft eineswahrhaften Oberhirtenthnms mehr und mehr geschwunden war. Sein hoher Geistfand das rechte Mittel, indem er bei St. Afra mit bereitwilliger Unterstützung desMarkgrafen Dietrich des Bedrängten 1205 ein reich ausgestattetes Münster errichteteund in dasselbe rcgulirte Augustiner Chorherrn (vom Petersberge) aufnahm, welche,obgleich nicht eigentliche Mönche, damals in höchstem Ansehen standen, weil sie desGottesdienstes und der Seelsorge am treusten pflegten. Gewiß war dem hochherzigenGründer auch der Zustand der Domschule nicht entgangen, obgleich er bei der Stiftungnur die niedere Schule (selwla exterior, pusrorum saeeularium oder xarvulorum) mit:

*- Oertel a. a. O. S. 20.

**) Oertel a. a. O. S. 21.

***) Oertel a. a. O. S. 22. Amu. 28.