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7 (1869) Reinlichkeit - Schule
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Rettungsanstaltcn. XV.

betreffend ist das Naturgemäßeste und Gewöhnlichste, daß ein Kreis von Wohlthäterndie Anstalt umgiebt. Derselbe pflegt von dem Beginn des RettnngshanseS an sichzu sammeln, aber schmilzt zuletzt durch Absterben, Wegzug und dergleichen Umständeimmer mehr zusammen und will deswegen immer erneuert werden, eine Forderung,die nur zu oft vergessen wird und sich später empfindlich straft. Eine andere wichtigeEinnahmequelle ist die Zahlung von Kostgeldern. Die Verwaltung sollte aber nie einebestimmte Pensionssumme normiren, von deren unweigerlicher Zahlung die Aufnahmeeines Kindes abhängig gemacht würde. Man hat an einigen Stellen die Kosten desKindes bis auf eine bedeutende Summe berechnet und kein Kind eintreten lassen wollen,für das diese Summe nicht jährlich gezahlt werden würde. Auf diese Weise ist be-greiflicher Weise die Anstalt von Zöglingen entleert und ihr dadurch zugleich das Vertrauendes Publicums, d. h. seine Haupteinnahmequelle geraubt; weil die Anstalt nicht vorwärtsgieng, stockten auch die Gaben der Contribuenten und blieben mehr und mehr aus.Dann aber betrat man ebenso plötzlich den umgekehrten Weg und wollte jedes Kindumsonst aufnehmen. Auch das war nicht richtig und hatte nicht den erwünschten,wenn auch einen bessern Erfolg, als das elftere Verfahren; es wurden doch wiederKinder angemeldet. Jede Anstalt sollte, indem sie ihre Kinderzahl ans 12 oder20 oder 24 u. s. w. normirt, im allgemeinen feststellen, daß aufnahmebedürftige undaufnahmewürdige Kinder, wenn es sonst absolut unmöglich ist, für sie ein Kostgeldzu erlangen, ohne irgend ein Kostgeld ausgenommen werden sollen; aber auch wiederum,daß den Eltern in jedem Falle begreiflich gemacht werde, daß schon die Liebe zu ihrenKindern, also ihre Elternpflicht, aber auch ihre Ehre erfordere, sich nichts schenken zulassen, was sie selbst beschaffen können; darnach bleibt dann zu ermitteln, was Elternzahlen können und wollen, seien es 10, 20, 30 oder 50 oder 80 Thlr. oder fl. jähr-lich oder für eine Reihe von Jahren. Können die Eltern nichts zahlen, so suche maneinen Freundeskreis für einzelne Kinder zusammenzubringen, der jährlich oder füreine Reihe von Jahren die Kosten oder doch einen Theil derselben aufbringt. Manindividualisire also auch in dieser Beziehung; was dann noch fehlt, muß durch die imallgemeinen eingehenden Liebesgaben gedeckt werden. Es fehlt dergleichen Anstaltennicht an einmaligen kleineren oder größeren Geschenken. Hat die Anstalt Freunde,und sie muß sie kennen und immer neue sammeln, so ist die Liebe erfinderisch undreich auch an kleinen Hülfen, die zusammen eine große bilden. Eine solche Hülfe sindauch die Naturalbeiträge, namentlich an Kleidungsstücken, hier und da auch auf demLande an Feld- und Gartenfrüchten; einige Kleidungsstücke aber sollten, so weit möglich,auch von den Eltern ausbedungen werden. Jene Naturalgaben sind an manchenStellen so bedeutend, daß sie einen erheblichen Theil der ganzen Einnahme ausmachen.Und wie mancher Bauer und Gutsherr schickt gern seinen Pflug auf das Feld derAnstalt! Zu dem allem kommt der Ertrag des eigenen Gartens und des Ackers. WennBauten und Localerweiterungen nöthig sind, hilft die freiwillige Liebe auch noch außer-ordentlich. Für diese und andere Nothfälle sind auch besondere Aufrufe in ihremRechte, die durch öffentliche Blätter oder auf anderem Wege verbreitet werden. Anmanchen Stellen haben in solchen Fällen die Kirchenbehörden Kirchencollecten, dieObrigkeiten Sammlungen in Häusern innerhalb gewißer Kreise, oft selbst regelmäßigbewilligt. Je länger eine solche Anstalt besteht, desto mehr gewinnt sie auch Vertrauenim Kreise derer, welche ihrer testamentarisch mit kleineren oder größeren Summen ge-denken. Allein auf allen diesen angegebenen und noch anderen Wegen ist seit einernicht großen Reihe von Jahren ein nicht unerhebliches Kapitalvermögen und ein großerGrundbesitz, wenn auch über Hunderte von Rettungsanstalten vertheilt, in Deutschlandund der Schweiz zusammengebracht. Es sind, alles zusammengerechnet, in den mehrals 400 Anstalten, ganze stattliche Dörfer zusammengebaut und steht der ganzen Weltin ihnen ein großes Denkmal gläubiger Liebe, das unter Gottes Segen heraufgewachsen,vor Augen. Mag auch manches dieser Häuser wieder Umfallen, das wird den Bau