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7 (1869) Reinlichkeit - Schule
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Rettungsanstaltcn. XII.

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bunden sein, der, wie die Aufnahme, in die zum HauSgottesdienst versammelte An-staltsfamilie zu verlegen ist. Hier und da übergiebt der Hausvater im Anschluß andie Weise des Rauhen Hauses, dem Ansscheidenden auf's neue seine ConfirmationS-bibel, in der ein auf die Entlassung sich beziehender Spruch geschrieben ist. Die Ent-lassung geschieht am Schluß der Hausandacht mit einem Wort der Liebe und Ermahnung,woran sich in dem allgemeinen Hansgebet das Dankgebet und die Fürbitte für dasans der Gemeinschaft des Hauses scheidende Kind knüpfen wird.

Hinsichtlich der Unterbringung der Kinder werden diejenigen Eltern, welche inder Lage sind, für ihre Kinder selbständig und gut zu sorgen, und für die das Nettnngs-hans zugleich eine Pensionsanstalt gewesen, die Unterbringung selbst zu beschaffen haben,wobei die Anstalt ihren Rath und ihre Dienstleistung nicht wird versagen wollen. DieKinder aber aus den an gutem Rath und wirksamer Hülfe ärmeren Kreisen werdenin ihrem eigenen Interesse und zur Vollendung der ihnen bis dahin zu theilgewordenenErziehung, von den Anstalten selbst nntergebracht werden mäßen. Die Wahl des Be-rufes soll für das Kind immer eine freie und zugleich eine solche sein, zu der auchdie Eltern stimmen. Wir erinnern uns dabei an das ganz entgegengesetzte Verfahrenz. B. mancher großen Waisen- und Armenanstalten, in denen die Verwaltung diefreilich viel einfachere Praxis übt, daß sie, gewöhnlich gleich nach der Confirmation,die Kinder zu einer gewitzen Zeit aufmarschiren läßt, um sie den zu diesem Act herzu-gelassenen Meistern oder Dienstherren vorzuführen, die sich nun nach Belieben, je wieihnen ein Junge gefällt, einen solchen answählen, ohne daß dieser gefragt wird, ob erSchuster, Schneider, oder was sonst werden will; er muß, auch wenn er nicht will.Das Umgekehrte ist das allein Nichtige. Die Wahl des Berufes ist immer von dergrößten Wichtigkeit; er bleibt entscheidend für das ganze Leben; dem gemäß muß csdamit sehr ernst genommen werden, die Wahl desselben muß im allgemeinen der Gegen-stand andauernder Besprechungen zwischen dem Hausvater und dem Kinde sein. Indiesen Besprechungen sind die oft thörichten Motive bei solcher Wahl durch Belehrungzu beseitigen, bis es gelingt, das Richtige zu finden und den Willen dafür zu stimmen.Die, namentlich aus der Familientradition stammenden Motive bei der Wahl des Be-rufes sind besonders zu ehren, dagegen die je länger, je mehr in den Vordergrundtretenden Wünsche der Knaben, die Karriere von Dienstleuten (Laufburschen und späterHausknechten, beziehungsweise Bedienten) zu machen, entschieden zurückzuweisen. Diestädtischen Knaben sind jedenfalls so lang als möglich znm Handwerk zu führen; dennin der glücklichen Lage, Landleute ans ihnen zu erziehen, wird sich die Anstalt nie be-finden. Ist der Beruf frei und mit Besonnenheit gewählt, so ist in dieser Art, wieder Entschluß zu Stande kam, eine neue sittliche Grundlage gewonnen, die auch dasbetreffende Kind in seinem Gewissen zu schätzen wissen wird, ans die aber auch, wennes diesen Beruf vielleicht wieder verlassen wollte, wenn auch nicht immer mit Hoffnungauf Erfolg, doch mit Anspruch an das Gewissen des Abfälligen wieder zurückgekommenwerden kann.

Mit dieser Unterbringung der Kinder verknüpft sich dann zunächst die Regelungihres Verhältnisses mit dem Meister oder Dienstherren und die nachherige, so über-aus wichtige bis zu einem gewißcn Termine fortzusetzcnde Beaufsichtigung derselben.Wir treffen hier auf eine sorgenvolle Seite der Anstaltsverwaltungeu und auf Schwierig-keiten, die nicht durch die Anstalten selbst, sondern durch die umgebenden Verhältnissebedingt sind. Wie sehr nothwendig und zugleich schwierig in allen Fällen, aber auchwie trotz aller Bemühungen in gewißen andern Fällen selbst-unmöglich eine solcheweitere Beaufsichtigung der Zöglinge wird, dabei müßen wir hier einen Augenblickstehen bleiben. Die Volksznstände zu Stadt und Land, in die die Zöglinge als Lehr-linge und später als Gesellen, in die sie als weibliche Dienstboten, als Schiffs- undals Bauernjungen hineingerathen, sind erfüllt mit den gefährlichsten Versuchungen, diedas jugendliche Gemüth verlockend umschwärmen und umstürmen. Es tritt ihnen nach