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7 (1869) Reinlichkeit - Schule
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Religionsunterricht in höheren Schulen.

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Für die Kirch en g eschi ch te gelte der Gesichtspunkt, daß nur das Berücksichtigungverdient, was dem Schüler verständlich ist und Las Leben des Christenthums betrifft.Ein fortlaufender Faden wird aber zu empfehlen sein, wie bei einer Uebersicht derdeutschen Literatur.

Soll ja Dogmatik und Ethik vorgetragen werden, so geschehe es möglichsteinfach und faßlich, ohne viele gelehrte .torminsi, zumal vor Mädchen und in Real-schulen. Man gebe mehr Bibellehre und male vor allem den lebendigen Heiland indie Seele. Der seligmachcnde Glaube ist kein System, keine Summe von Lehrsätzen,das vergesse man nicht.

Weiteres über die Methode findet man z. B- bei Huther, Landfermann,Bouterwek, v. Raumer, Thomasius (in der Vorrede des II. Eursns seinerGrundlinien.)

VI. Religionslehrer. Alle Forschungen über Methode, selbst die besten Rat-schläge werden nichts fruchten, wo cs an der geeigneten Persönlichkeit fehlt, sie auszu-führen. Darum können wir nicht etwa dem Vorschläge beitreten, der Ordinariusmüße den Religionsunterricht in seiner Elaste haben. Seine Disciplinargcwalt, seinnatürliches Verhältnis zur Elaste kann er auch ohne diese Lection bewahren. Ebensowenig wird es nöthig sein, daß der Director in den oberen Elasten den Religions-unterricht ertheile. Aber ein Mann, welcher der Sache gewachsen ist, muß den Unter-richt in Händen haben. Für die unteren Elasten wird dazu theologisches Studiumnicht erforderlich sein, nicht einmal nothwendig für die mittleren, Wohl aber für dieoberen. Aber der Theolog muß in Philosophie, deutscher Literatur und elastischemAlterthum Wohl bewandert sein, ein offenes Herz und einen weiten Blick haben undnamentlich die gegenwärtigen Culturverhältnisse verstehen. Und, so wenig der Glaubeallein den Religionslehrer macht, eben so schädlich ist ihm doch das bloße Wissen.Mindestens muß cs ein wahrhafter, nach dem ewigen Heil ringender Mann sein, womöglich einer, der mitten in frischem Glaubensleben steht und das bewiesen hat. Auchwird man es sicherlich der Kirche nicht verargen dürfen, *) wenn sie von solchen Leh-rern, die füglich als Kirchendiener anzusehen sind, einen Nachweis ihrer Kirchlichkeitfordert. Bei den gegenwärtigen Verhältnissen des Lehrerstandes wird es demnach seltenangehen, die Ordinarien mit dieser Disciplin zu betrauen, ** ***) ) und so empfiehlt es sich,gehörig vorbereitete Theologen^*) als Rcligionslehrer an die Gymnasien zuziehen. An einem kleinen Gymnasium von 6 Elasten Lei 14 wöchentlichen Religions-stunden (nach preußischer Einrichtung) kann der Rcligionslehrer, welcher vielleicht auchordinirt werden und als Seelsorger der Anstalt auftretcn könnte (wie es z. B. inSchulpforta der Fall ist), außerdem noch an mehreren Elasten andere Lectionen er-theilen, wozu nicht bloß die hebräischen Lectionen sich eignen, welche im Grunde Leider geringen Schülerzahl weniger eines anregenden Lehrers bedürfen und keinen Theo-logen erfordern. Um das Ansehen des Mannes zu heben, würde irgend ein Unter-richtSgegenstand in den höheren Elasten, vorzüglich Deutsch in Prima, auch Griechischin dieser Elaste, sich sehr Wohl eignen. (Vgl. Bouterwek S. 65.) An größerenAnstalten würden 2 Theologen am Platze sein, welche sich gehörig mit einander zuverständigen hätten. Hat aber in jeder Elaste ein neuer Lehrer den Unterricht, und

*) Vgl. Bouterwek S. S.

**1 Wenn aber die Lehrer an den höheren Schulen eines Landes in der Regel (jedoch in Preußengegenwärtig mir selten. K.j auch Theologie studirt haben, so sollte der naturgemäße Znsiand der sein,daß alle Classcnlehrer sich auch dazu eigneten, ihren Schülern den Religionsunterricht zu crtheilcn,und wenn das Wort Usotus taoit lbsologum ans sic anwendbar ist, so werden sie sich dieses Fachnicht gutwillig nehmen lassen. Vgl. die Bemerkungen zu dem Art. Gymnasiallehrer. D. Red.

***) In Bayern sind z. B. die Rcligionslehrer Geistliche oder Lehrer geistlichen Standes.Auch in Preußen hat man neuerdings vielfach Theologen an die höheren Schulen gezogen.