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Acrosis — Activs.
der Bevölkerung fast allgemein verbreitete patho-!logische Erscheinung; eine der schwieligst zu;überwindenden Schranken und eines der hart-näckigsten Hindernisse zur Verwirklichung einer!vernunftgemäßen Gesundheitspflege u. somit eineder ersten Grundursachen, wie eines der ammeisten befördernden Elemente der gefährlichsten(epidemischen) Krankheiten, wie Pocken, Cholera,Typhus rc. Mangel an frischer Luft, oder viel-mehr verdorbene Luft alterirt die Mischung desBlutes, beeinträchtigt seine Nährfühigkeit undstimmt die Widerstandsfähigkeit gegen äußere,besonders schädliche Einflüsse wesentlich herab.Diese iible Rückwirkung erfolgt in der Regel un-merklich, da der Sinn, der uns das VorhandenseinverdorbcnerLuftverräth (Geruch), verhältnißmäßigleicht der Abstumpfung unterworfen ist. Es istdaher, besonders in Bezug ans die Wohnraume,doppelte Wachsamkeit geboten.
Aerösis (v. Gr., Med.), 1) Luftentwickelnngim Körper, s. Windgeschwulst; 2) Kühlungdurch Luft.
Aerosit, dunkle, schalige Modifikation dcsRoth-gültigerzes, in den Silberproben von Kolywan.
Aerostat (v. Gr.), Luftballon. Davon Aero-statie, Lehre vom Luftballon.
Aerostatik (v. gr. Instmni, ich stehe fest), der-jenige Theil der Mechanik, welcher die Gesetzedes Gleichgewichtes der lnftsörmigen Körper be-handelt. Diese Gesetze beruhen auf der Schwereder Luft und der leichten Verschiebbarkeit ihrerThcilchen, sowie auf der Zusammendrückbarkeitund Elasticität oder Spannkraft der Luft, d. h.dem Bestreben derselben, sich auf einen möglichstgroßen Raum auszudehnen. Die wichtigsten a'ero-statischen Gesetze sind: das des Luftdruckes (s. d.),auf welchem das Barometer u. der gekrümmteHeber beruhen; das Mariottesche Gesetz (s. d.), wo-nach die Spannung der Lust mit ihrer Dichtig-keit wächst, welches beim Stechheber, bei denWasserpumpen, der Feuerspritze, dem Manometer,der Compressionspumpe u. der Luftpumpe seineAnwendung findet; das Gay-Lufsacsche Gesetz(s. d.), welches die Abhängigkeit der Luftspann-ung von der Temperatur bestimmt; das Ar-chimedische Gesetz (s. d.) vom Gleichgewicht einesin eine Flüssigkeit eingctauchten Körpers giltauch für die von der Luft als einer (elastischen)Flüssigkeit umgebenen Körper; auf ihm beruhtu. a. das Steigen des Luftballons (s. d.).
A'erostatischc Presse, so v. w. Luftpresse.
Aeroftatische Wage, so v. w. Manometer.
tlörostioro, üßrostatiers (Luftschisfer). Im I.1794 trat in Frankreich eine Commission desWohlfahrtsausschusses zusammen, welche dieLuftballons (Aerostatcn) als ein Beobachtungs-Mittel bei Armeen, besonders bei Belagerungen,vorschlug. Oberst Coutelle wurde mit der Aus-führung beauftragt, u. nachdem ein Versuch zuMeudon bei Paris ihre Anwendbarkeit bestätigthatte, wurden förmliche Compagnien A. unterdem Befehl Coutelles organisirt. Die erste An-wendung dieser Truppe zur Recognoscirung desFeindes erfolgte bei Maubeuge; dann noch beiCharterst, in der Schlacht bei Flcurus u. beiMainz; später verschwand das Institut u. kam
erst 1830 bei der Expedition nach Algier wiederzum Vorschein, ohne daß jedoch wesentlicher Ge-brauch davon gemacht worden wäre. Im Kriege1870/71 leisteten Lustschiffer (mit Benutzung nichtunwesentlicher Verbesserungen von M. Dnpuy deDome) gute Dienste, indem sie Nachrichten undPersonen (Gambctta) aus dem cernirtcn Parisfortbrachten. Es werden daher in mehreren Ar-meen noch immer die Versuche fortgesetzt, demLuftballon eine praktische Verwendbarkeit fürKriegszwecke zu sichern.
Aerschot, St. am Deiner im Bez. Löwen derbelgischen Provinz Brabant, am 6ranck OsntralLettz'ü. ehemalige Baronie, von Karl V. 1533zum Herzogthnm erhoben; Viehzucht, Brauereiund Branntweinbrennerei, Spitzen- und Lichtcr-fabrikation; 4373 Ew.; früher befestigt.
Aetes, Sohn des Helios n. der Persers (oderAntiope), König in Kolchis, Gemahl der Jdyiau. Vater des Äbsyrtos u. der Mcdea; zn ihmbrachte Phrixus das goldene Vließ; s. u. Argo-nautcnzng.
A'ctros, 1) A. der Atheist, aus Cölcsyrien,früher Winzer, Schmied, Arzt u. endlich Diakon inAntiochien u. in Alexandrien. Der consequentesteu. charakterfesteste Arianer, wurde er 850 abgc-setzt u. uirtcr Constantius vertrieben. KaiserJulian rief ihn aus dem Exil zurück u. schenkteihm ein Gut auf Lesbos. Er wurde sogar inConstantinopel zum Bischof ohne bestimmtenSitz gewählt. Stach Julians Tode lebte er ansLesbos, zuletzt in Constantinopel; st. 367. 2) A.,eines Germanen (des Gaudentius) n. einer Rö-merin Sohn, aus Mösien, geb. 395, lernte unterden kaiserlichen Garden u. als Geisel bei Alarichden Krieg; er führte, um nach Honorius'^Tode(428) den Usurpator Johann auf dem römischenThrone zu schützen, 60,000 Barbaren an die Al-pen, erkannte aber nach Johanns Tode Valcn-tinian III. als abendländischen Kaiser an, überden dessen Mutter Placidia die Vormundschaftführte. A., ebenso neidisch wie tapfer, suchte sei-nen Nebenbuhler Bonifacius um deren Gunst zubringen, was ihm für eine Zeit lang glückte, daderselbe fern in Afrika als Statthalter war.432 aber wurde er von Bonifacius in offenerFcldschlacht besiegt n. floh zu den Hunnen. Daaber sein Gegner an den von ihm erhaltenenWunden starb, kehrte er nach Rom zurück undzwang die Kaiserin, ihn als Feldherr» des Reichesanzunehmen. Als solcher focht er in Galliengegen die Barbaren, besiegte 451 in den Cnta-launischen Feldern den Attila, ward aber 454,durch Neider angeschwärzt, von Valentinian ei-genhändig erstochen. Procopius verherrlicht ihnu. sagt, daß in ihm und Bonifacius die ganzeTugend u. Scelengröße Roms zusammcngedrängtgewesen, so daß man Beide mit Recht die „letz-ten Römer" nennen möchte. 3) A. von Amidain Mesopotamien, griechisch-christlicherArztzu Con-stantiuopcl im 6. Jahrh., hatte zu Alexandrienstndirt, wurde Leibarzt am Hofe zu Constanti-nopel mit dem Charakter eines Obersten derLeibwache (6omss obssgnii), hinterlicß 16 Bü-cher Compilationen aus älteren Ärzten, besondersaus dem Galenos, bringt aber doch so viel Neues,