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3 (1862) Göthe - Kindsmädchen
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833
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Sugenblcctüre, Sugenblitcratur.

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mit feinem fßatrtar<hen= unb fßrophetenthum. Unfer ©tanbpunct ift über beibe ^inau§,»eil er burcf) beibe »ermittelt ift, unb enthält eben beSwegeit beibe alb SDiomente infid)." Hud) barf bie Sugenbfdjrift liiert unmittelbar in bie tiefften unb außerorbent=ltdjften djriftlidjen SebenSerfahrmtgen einführen mellen, Weint fie nicht ju einer religiöfenfrühreife Slnlaß geben miß, bereu abfidjtlidje Herbeiführung, and) fßatmer (fßäbag.©. 221) entfdjteben als päbagogifdj falfd) bejeidjnet.6« ift nicht fdjWer, fagt© h i c r f cf) (über gamtlieuerjtel;ung ©. 119),ein Äittb burd) SSorfteüuitgen »on bemnatürlichen ©erberben, »om @erid)t, »cm Siufluffe beS böfen geinbeS in Stufregung unbSlngft jit »erfe^en unb eS mit ßteeifeln an feiner (Seligfeit anjufüllen. @8 fattn fein,baß baburd) frühzeitig tiefe Erfahrungen nein ©erfeljr ber ©eele mit Ehrifto h erü °rge*brad)t inerben. Slber bad finb Erfolge, nor benen matt fidj eher fürchten foüte, alsfuh bariiber freuen. ®entt hier ftellt fidj bie fdjlimmfte aller ©efahren ein: frühe Slb=iiiilsung aller feiger (Sinbrücfe unb Erlcbniffe unb einfd)Ieidjenbe Untnahrheit, inbembie Äraft fdjwinbet unb bie RebenSarten bleiben." ®a8 S3ttd) in feiner ftiüen Sprachefann ^War nie! auS beut Herzen beS SRenfchen hrrauSfagen; aber man hüte fid), biefßerfonen beS ©udjeS felbft non ben tiefften HeitSerfahrungen unb neu ber Slnbadjt beS©ebets im ftiüen Äatumerlein in aütäglidjer Eonnerfatiou parliren gu laffen. Unb tniemit frommen ©orten, fo barf aud) mit ben ©unbern ber göttlichen ©orfeljung nichtein nerfdjr»enberifdjer Verbrauch getrieben inerben. ®ie djriftlidje Sugenbfdjrift muffbie, burd) fid) felbft überjeugeitbe unb iibertnältigenbe ©al;rheit eines in Äautpf unbSSuße gnnt §eil unb grieben htnburd) bringenben Sehens unb bie lebenbige Offenbarung©otteS unb ber in Ehrifto erfdjienenen ©nabe im Seben beS fDtenfdjen mit fd)lid)ten,jaden, faßt fdjeuen unb bodi ergreifenben Bügen barfteHett, unb eine foldje ©arfteüungfann allein bettt gelingen, ber felbft ein fotcheS Seben erfahren unb in Ehrifto einefold)e ©enüge gefttnben hat. Sin foldjer aber fdjreibe ohne pramebitirte Senbenj, nuraus feiner Siebe unb ©laubenSfreitbigfeit h^auS; unnterflich uttb gerabe in berUnmerftichfeit unb Buriicfhaltung am toirffantften wirb ber Hand; <hriftli<hen SebenSbie gange ©djrift burdiwehen. Eben bieS gehört überhaupt jum ©efen ber clafftfdjenSichtung, baff fie, ohne lel;r^aftig fein ju Wollen, hoch belehrt unb bilbet.

8) 3n ber gorberung ber © a h r h e i t wirb jebe befonbere Senbenj ber Sugenb*

fdjrift aufgehen mäßen. Unter biefer ©ahrheit ift aber nicht eine SBefdjränfung aufDie naefte ©irflichfeit jn »erfteljen, fonbern jene innere ©ahrl;eit, welche auch bemibeeüen, poetifd) geftalteten Seben baS überjeugenbe ©eprdge ber ©irflichfeit giebt.®ie Sugenb muß aud? aus ber Sichtung bie wirtliche ©eit »erflehen lernen, unb inber ©hat befijjt fdjon baS Äinb ein natürliches ©erftänbnid baju; eS fütjlt bie ©ahr=heit nid)t nur aus ben Slbenteuern beS DbpffeuS heraus, fonbern auch aus ben ©un=bern ber liefen unb Btoerge, ber ©djneewittdjen unb Slfdjenbröbel; jene ©unberweltwirb ihm um fo heintifdjer, je weiter fie ihm jurüd bon ber ©egenwart in unöorbenf*lidjer B^it ju liegen fcheiitt. Rieht baS SRardjen peinigt bieSinber mit Bafeln, wohlaber bie aus ber unmittelbaren ©egenwart erbidjtete Erjählung; hier tommt cS mitber ängftlidjen grage, ob bie ©efdjidjte audj Wahr fei, unb wirb traurig, wenn man

ihm mit Rein antwortet. Rieht jenes fernab liegenbe 93t dreh eit »erwirrt bie ©orftel=

lungen beS ÄinbeS, Wohl aber ber romanhafte B au &er, ber ben ©erlauf ber ©ettfälfdjt, in ber baS Äinb felbft lebt unb leben foü. 2lu<h aus ber fittlichen Haltungfeiner Sinberbudjhetben fühlt eS leicht jebe Unwahrheit heraus. fßaltner (e». fßäbag.©. 217) hat zwar ganj Red)t, wenn er fagt, man biirfe bem Äinbe nicht fogleich biemirflidje ©eit mit ben taufenberlei 9Jtifd)uitgen unb ©djattirungen ihrer fittli^eit ©erihältniffe jeidjnen, fonbern ntüffe ihm, fo lauge eS biefe complicirteren ©erljältniffe nid)tburd)fd;auett unb beurtljeilen föttne, ©uteS unb S3öfeS in ftarf ausgeprägten ©eftalten bor* -halten, bie ihm mit »öüiger Entfdjiebenheit ©egenftänbe ber Siebe unb beS SlbfdjeudWerben. Slber bamit ift nicht gefagt,baß bie Engel an Sugenb" unbbieSeufel an SoSheit," wie man fte in »ielen Sinberbüchern finbet, au^ burdjweg bie5ßiit»ag. <£)icvHopat)ic. III. 53