Böse Lust.
Historie von der Susanna.
Falsches Zeugniß. 1003
Historie von der Susanna und Daniel.
1. sLs war ein Mann zu Babylon, mitNah-
men Iojakim.
2. Der hatte ein Weib, die hieß Susanna,,eine Tochter Helkia, die war * sehr schön unddazu gottesfürchtig. * J»r>. 8,6.
3. Denn sie hatte fromme Eltern, die sie un-terwiesen hatten nach dem Gesetz Mose.
4. Und ihr Mann Iojakim war sehr reich,und hatte einen schönen Garten an seinem Hause.Und die Juden kamen stets bey ihm zusammen,weil er der vornehmste Mann war unter ihnenallen.
5. Es wurden aber in demselbigen Jahr zweenAeltesten aus dem Volk zu Richtern gesetzt. Daswaren solche Leute, von welchen der Herr gesagthatte: Ihre Richter üben alle Bosheit zu Babylon.
6« Dieselbigen kamen täglich zu Iojakim; undwer eine Sache hatte, mußte daselbst vor siekommen.
7. Und wenn Las Volk hinweg war um denMittag, pflegte die Susanna in ihres MannesGarten zu gehen.
8. Und da sie die Aeltesten sahen täglich dareingehen, wurden sie gegen sie entzündet mtt böser Lust;
9. Und wurden darüber zu Narren, und war-fen die Augen so gar auf sie, daß sie nicht konntengen Himmel sehen, und gedachten weder anGottes Wort noch Strafe.
10. Sie waren aber beyde zugleich gegen sieentbrannt.
11. Und schämten sich einer dem andern es zuoffenbaren, und ein jeglicher hätte gerne mit ihrgebuhlet.
12. Und warteten täglich mit Fleiß auf sie,daß sie sie nur sehen möchten. Es sprach abereiner zum andern:
13. Ey, laßt uns heim gehen, denn es istnun Zeit Essens.
14. Und wenn sie von einander gegangen waren,kehrete darnach ein jeglicher wieder um, undkamen zugleich wieder zusammen. Da nun einerden andern fragte, bekannten sie Beyde ihreböse Lust. Darnach wurden sie mit einandereins, darauf zu warten, wenn sie das Weibmöchten allein finden.
15. Und da sie einen bequemen Tag bestimmet
hatten, auf sie zu lauern, kam die Susannamit den zwo Mägden, wie ihre Gewohnheit war,in den Garten, * sich zu waschen; denn es warsehr heiß. *2 Sam. 11 , 2 . *
16. Und es war kein Mensch im Garten, ohnediese zween Aeltesten, die ßch heimlich versteckthatten, und auf ße lauerten.
17. Und sie sprach zu ihren Mägden: Höhletmir Balsam und Seife, und schließt den Gartenzu, daß ich mich wasche.
18. Und die Mägde thaten, wie sie befohlenhatte, und schlossen den Garten zu, und gingenhinaus zu der hintern Thür, daß sie ihr brächten,was sie haben wollte, und wurden der Männernicht gewahr, denn sie hatten sich versteckt.
19. Da nun die Mägde hinaus waren; kamendie zween Aeltesten hervor, und liefen zu ihr,und sprachen;
20. Siehe, der Garten ist zugeschlossen, und
* Niemand flehet uns, und wir find entbranntin deiner Liebe; darum so thue unfern Willen.
* Sir. 23, 26.
21. Willst du aber nicht; so wollen wir aufdich bekennen, * daß wir einen jungen Gesellenallein bey dir gefunden haben, und daß du deine
.Mägde darum habest hinaus geschickt. *». 37.
22. Da erseufzete Susanna, und sprach: Ach!wie bin ich in so großen Aengsten? Denn w-oich solches thue, so bin ich des Todes; thue iches aber nicht, so komme ich nicht aus euern Händen.
23. Doch will ich lieber unschuldig in der Men-schen Hände kommen, denn * wider den Herrn
sündigen. * t Mos. 39, 9. Svr. 8, 13.
24. Und fing an laut zu schreyen; aber die Ael-testen schrien auch über sie.
25. Und der eine lief hin zu der Thür des Gar-tens , und that sie auf.
26. Da nun das Gesinde solches Geschrey hö-rete, liefen sie heraus in den Garten zur hinternThür, zu sehen, was ihr widerfahren wäre.
27. Und die Aeltesten singen an von ihr zu sagen>daß sich die Knechte ihrenthalben fchämeten: denndergleichen war zuvor nie von Susarma gehöretworden.
28. Und des andern Tages, da das Volk inJojakims, ihres Mannes, Hause zusammen kam,
* da kamen auch die zween Aeltesten voll falscherList wider Susanna, daß sie ihr zum Tode hülfen;
* 1 Kö«. 2 t, 13. Ps. 3S, 11 . Matth. 26 , 6a.
29. Und sprachen zu allem Volk: Schicket hinund laßt Susanna die Tochter Helkia, JojakimsWeib, her hohlen.
30. Und da sie gefordert ward, kam sie mit ihrenEltern, und Kindern, und ihrer ganzen Freund-schaft.
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