98 L Jasons Ende. 2 Maccab aer 5. Antiochi Tyrannei) gegen die Juden.
würgete seine Brüder jämmerlich, und gedachtenicht, weil es ihm so glückte wider seine Freunde,daß es sein großes Unglück wäre; sondern ließsich dünken er siegte wider seine Feinde, undsiegte wider seine Bürger.
7 . Er konnte aber gleichwohl das Regimentnicht erobern, sondern kriegte seinen Lohn,wie er verdienet hatte, und floh mit Schandenwieder in der Ammoniter Land.
8 . Da ward er zuletzt verklagt vor Areta,der Araber Könige, daß er von einer Stadt indie andere fliehen mußte, und nirgend sicher war.Und Jedermann war ihm feind, als einem, dervon seinem Gesetz abtrünnig war. Auch verfluchteihn Jedermann, als einen Verräther und Feindseines Vaterlandes; und ist also in Egyptenverstoßen worden.
9 . Und wie er viele Leute aus ihrem Vater-lande vertrieben hatte: so mußte er auch selbstim Elend sterben zu Lacedämon, da er verhoffteeinen Aufenthalt zu finden, weil sie mit einan-der gefreundet waren.
10. Aber wie er Viele unbegraben hingeworfenhat: so ist er auch hingestorben, daß Niemandum ihn Leid getragen; und hat nicht allein nichtdas Glück gehabt, daß er in seinem Vaterlandewäre begraben worden, sondern hat auch in derFremde kein Grab haben mögen.
11. Als dem Könige solches vorkam, gedachteer, ganz Judäa würde von ihm abfallen. Undzog in einem Grimm aus Egypten, und ' nahmJerusalem mit Gewalt ein. * i Ma«. i, 21.22.
12. Und hieß die Kriegsknechte erschlagen ohnealle Barmherzigkeit, was sie fanden auf denGassen und in Häusern.
13. Da würgete man durch einander Jungund Alt, Mann und Weib, Kinder und Jung-frauen, ja auch die Kmder in der Wiege.
1^. Daß also in dreyen Tagen achtzig tausendumkamen, vierzig tausend gefangen, und beyachtzig taufend verkauft wurden.
is. Abrr Antiochus ließ ihm an diesem nichtgenügen, sondern griff auch die heiligste Stätteauf Erden an ^ und Menelaus, der Verräther,führete ihn hinein.
16. Da raubte er seinen verfluchten Händendie heiligen Gefäße; und Mes, was die andernKönige zum Tempel gegeben hatten zum Schmuckund Zierde, das raffte er mit feinen sündigenHänden hinweg;
17. Und überhob sich sehr, und fah ud-ht, daßder Herr solches verhängete über die, so r<v der
Stadt waren, um ihrer Sünde willen. Daswar aber die Ursach, daß Gott die heilige Stätteso schändlich zurichren ließ.
18. Sonst sollte es dem Antiochus eben gegan-
gen seyn, wie dem Heltodorns, der vom KönigeSeleueus gesandt war, die * Schatzkammer zubesichtigen; und ward wohl darob zerschlagen, daßer mußte von seinem frevelhaften Vornehmenabstehen. * 3,23.
19. Denn Gott hat das Volk nicht auserwäh-let um der Stätte willen, sondern die Stätteum des Volks willen.
20. Darum mußte sich der heilige Tempel auchmit leiden, da das Volk gestraft ward, wie erauch wiederum des Volks genoß. Denn wie derTempel von den Feinden eingenommen ward, dader Herr zürnete: also ist er wieder zu Ehrenund zu Recht gekommen, da der Herr ihnen wiedergnädig ward.
21. Die Summa aber alles, was Antiochusaus dem Tempel geraubet hat, sind achtzehnhundert Centner Silber: die nahm er mit sichund zog flugs gen Antiochien mit einem solchenStolz und Hoffart, daß er gedachte , er wolltenun die Erde machen, daß man darauf schiffete,wie auf dem Meer, und das Meer, daß mandarauf wandelte, wie auf der Erde.
22. Und ließ hinter ihm zu Jerusalem etlicheAmtleute, böse Buben: Philippum aus Phry-gia, der noch ärger und wilder war, denn seinHerr;
23. Zu Garizim Andronieum; und neben denbeyden Menelaum, welcher über die andern allewar, * daß er sein eigenes Volk so plagte.
* c. 4, 4o.
2^. Weil aber Antiochus den Juden so garfeind war, * schickte er ihnen den schändlichenBuben Apollonius mit zwey und zwanzig tau-send Mann in das Land; und geboth ihm, ersollte alle erwachsene Männer erwürgen, dieWeiber aber und das junge Volk verkaufen.
* 1 Macc. i/ 30.
25. Als er nun vor Jerusalem kam, stelleteer sich freundlich bis auf den Sabbathrag, darandie Juden feyern: da geboth er flugs seinenLeuten, sie sollten sich rüsten.
26. Als nun Jedermann zulief, und sehenwollte, was da werden würde, ließ er sie alleerstechen; und kam also mit dem ganzen Zeugein die Stadt, und erschlug eine große Menge.
27. Aber Judas Maceabäus machte sich davonmit neun Brüdern in die Wildniß und das
Gebirge,