Onias erstochen.
2 Maccabäer 4. 5.
Menelaus und Jason. 98Z
er den Aufruhr Mete, und ließ hinter ihm denFürsten Andronieus zum Statthalter.
32. Da das Menelaus inne ward; gedachte er,daß er Gelegenheit hätte, daß er wiederum zuseinem alten Stande kommen könnte; und stahletliche goldene Kleinodien aus dem Tempel, undschenkte es dem Andronieus, und verkaufte Et-liches gen Tyrus und in andere umliegendeStädte.
33. Da das Onias erfuhr, begab er sich aneinen befreyeten Ort zu Daphne, das vor An-tiochien liegt; und strafte ihn.
3^!. Aber Menelaus kam zu Andronieo allein,und ermahnte ihn, daß er Oniam fangen sollte.Das that er, und ging zu ihm, und beredeteihn mit List, gab ihm auch seine Hand, undden Cid darauf, daß er aus der Freyheit zu ihmkam. Denn er wußte, daß sich Onias nichtsGutes zu ihm versah. Und da er ihn also über-redet hatte, erstach er ihn wider alles Recht.
35. Das that nicht allein den Juden wehe; son-dern verdroß auch viele Heiden, daß er denfrommen Mann so umgebracht hatte.
36. Da nun der König alle Sachen in Cilicienverrichtet hatte, und wieder heim reifete; liefenihn die Juden in allen Städten an und auchetliche Heiden, und klagten ihm, daß Oniasunschuldig ermordet wäre.
37 . Und Antiochus bekümmerte sich herzlichdarum, und jammerte ihn, daß der frommeehrbare Mann so jämmerlich war umgekommen;
38. Und ergrimmete über den Andronieus, undließ ihm das Purpurkleid samt dem andern Schmuckabziehen, und ihn also in der ganzen Stadt um-her führen, und zuletzt richten an dem Ort, daer Oniam erstochen hatte. Also hat ihn Gottnach seinem Verdienst wieder gestraft.
3s. Als aber Lysimachus aus Rath seines Bru-ders Menelaus viel aus dem Tempel gestohlenhatte, und das Geschrey unter die Leute gekom-men war; sammelte sich die Gemeine wider Ly-fimachum , da der goldenen Kleinodien schon vielehinweg gekommen waren.
^o. Da sich nun die Gemeine gesammelt, undsehr zornig war ; rüstete Lysimachus drey tau-send Mann, und wollte sich mit Gewalt schützen,und setzte über sie einen alten listigen Haupt-mann.
^i. Da das die übrigen sahen; nahmen EtlicheSteine, Etliche starke Stangen, Etliche warfensie mit Asche unter die Augen,
^ 2 . Daß ihrer also viele wund wurden, und
Etliche gar zu Boden geschlagen, die andern alledavon liefen. Und den Kirchenräuber fingen siebey der Schatzkammer.
^3. Darnach nahmen sie ihn mit Recht vor.
Und weil der König gen Tyrus gekommenwar; ließen ihrer drey, des Raths Gesandten,den Handel vor ihn gelangen, daß er darinnensollte Urtheil sprechen.
^5. Als aber Menelaus überwiesen ward, ver-hieß er dem Ptolemäus viel Geld, wenn er ihnbeym Könige möchte ausbitten.
^6. Da ging Ptolemäus allein zum Könige inseinen Saal, da er sich inne kühlete, und bere-dete den König,
^7. Daß er Menelaum, der alles Unglück ange-richtet hatte, los ließ, und die armen Leute zumTode verurrheitte, die doch auch bey den Tar-tern unschuldig erfunden und erkannt wärenworden.
^8. Also wurden die, so des Volks und desTempels Sachen auf das treulichste gehandelthatten, unschuldig erwürget.
^ 9 . Das that Etlichen zu Tyrus wehe, undließen sie ehrlich zur Erde bestatten.
50 . Menelaus aber blieb beym Amt aus Hülfeetlicher Gewaltigen am Hofe, die seiner genossen;und ward je länger je ärger, und legte denBürgern alles Unglück an.
Das 5. Capitel.
Wie Antiochus in Jerusalem tyrannisict.
1. Nm dieselbe Zeit zog Antiochus zum andern" Mahl in Egypten.
2 . Man sah aber durch die ganze Stadt, vier-zig Tage nach einander, in der Luft, Reiter ingoldenem Harnisch mit langen Spießen in einerSchlachtordnung.
3. Und man sah, wie sie mit einander trafen,und mit den Schildern und Spießen sich wehre-ten, und wie sie die Schwerter zuckten und aufeinander schossen, und wie der goldene Zeugschimmerte, und wie sie mancherley Harnischehatten.
Da bethete Jedermann, d"§ es ja nichtsBöses bedeuten sollte.
5 . Aber es kam ein eigenes Geschrey aus,wie Antiochus sollte tott seyn. Da nahm Jasonbey tausend Mann M sich, und griff unversehensdie Stadt am Und als er die Mauern mitden Seinen erstiegen, und die Stadt erobert
hatte t ^ .
6. Floh Menelaus auf die Burg. Jason aber