Beherbergen.
Sirach 42. 43. Arglistigkeit der Feinde. 905
Freude vergiffet; und wenn der Mensch stirbt,so wird er inne» wie er gelebt hat.
29 . Darum sollst du Niemand rühmen vor sei-nem Ende, denn was einer für ein Mann gewe-sen sey, das findet stch an seinen Nachkommen.
(Anfang des 12. CapitelS.)
ZO.Herberge nicht einen Jeglichen in deinemHause, denn die Welt ist voll Untreueund List.
31. Ein falsches Herz ist wie ein Lockvogel aufdem Kloben, und * lauert, wie er dich fangen
möge. * Ps. 10 , 8 . 9 . Luc. II,- 4 .
32. Denn was er Gutes stehet, deutet er aufsAergfte; und das Allerbeste schändet er aufshöchste.
33. Aus einem Funken wird ein großes Feuer,nnd der Gottlose höret nicht auf, bis er Blutvergieße.
3^. Hüthe dich vor solchen Buben, sie habennichts Gutes im Sinn, daß sie dir nicht eineewige Schande anhängen.
35 . Nimmst du einen Fremden zu dir ein, sowird er dir Unruhe machen, und dich aus dei-nem Eigenthum vertreiven.
Das 42. Capitel.
Von Beherbergung der Fremdlinge und Mildthatigkcit gegen dieDürftigen.
1. grillst du Gutes thun, so flehe zu, wem du
es thnst, so verdienest du Dank damit.
2 . Thue dem Frommen Gutes, so wird dirsreichlich vergolten , wo nicht von ihm, so geschie-hst es gewißlich vom Herrn.
3 . Aber den bösen Buben, die nicht danken fürdie Wohlthat, Wieds nicht wohl gehen.
Gib ' dem Gottesfürchtige«, und erbarmedich des Gottlosen nicht. * 2 Cor. 8 ,14.
5. Thue Gutes dem Elenden, und gib den Gott-losen nicht. Behalte dein Brot vor ihm, undgib ihm nichts, daß er dadurch nicht gestärketwerde, und dich unterirete.
6. Du wirst noch einmahl so viel Bosheitdurch ihn empfangen, als du ihm Gutes gethanHaft. Denn der Allerhöchste * ist den Gottlosenfeind, und wird die Gottlosen strafen.' Ps. §, 6.
7. Wenn es einem wohl gehet, so kann mankeinen Freund recht erkennen; wenn es aber übelgehet, so kann sich der Feind auch nicht bergen.
8. Denn wenn es einem wohl gehet, das ver-drießt seinen Feind; wenn es aber übel gehet,so weichen auch die Freunde von ihm.
9 . Traue deinem Feinde nimmermehr.
10. Denn gleichwie das Eisen immer wiederrostet, also läßt er auch seine Lücke nicht.
11. Und ob er sich schon neiget und bücket:so halte doch an dich, und hüthe dich vor ihm.Und wenn du gleich an ihm polirest, wie aneinem Spiegel; so bleibt er doch rostig.
12. Ziehe ihn nicht zu dir, daß er dich nichtwegstoße, und trete an deine Statt. Setze ihnnicht neben dich, daß er nicht nach deinem Stuhltrachte, und zuletzt an meine Worte denkenmüssest, und dich dann gereuen wird.
13. Gleich als wenn ein Schlangenbeschwörergebissen wird, das jammert Niemand, so wenigals das, so einer mit wilden Thieren umgehet,und von ihnen zerrissen wird: also gehet es demauch, der sich an die Gottlosen hänget, und sichin ihre Sünden menget.
1^. Er bleibt wohl eine Weile bey dir: aberwenn du strauchelst, so beharret er nicht.
15. Der * Feind gibt wohl gute Worte, undklagt dich sehr, und stellet sich freundlich,
* Jer. 41 , 6 .
16. Kann auch * dazu weinen; aber im Herzen
denkt er, wie er dich in die Grube fälle; undkriegt er Raum, so kann er deines Bluts nichtsatt werden. * Nicht. 14,16.
17. Will dir Jemand Schaden thun, so ist erder erste,
18. Und stellet sich, als wollte er dir helfen,und fället dich meuchlerisch.
19. Seinen "Kopf wird er schütteln, und in die
Faust lachen, deiner spotten, und das Maulaufwerfen. * -. 13,9.
Das 43 . Capitel.
Von Gemeinschaft: Der Armen und Rücken ungleichem Zustand rGutem und bösem Gewissen.
1. ?Mer * Pech angreift, der besudelt sich damit;
und wer sich gesellet zum Hoffärrigen,der lernet Hoffart. * 3 M-s. 7,2.
2. Geselle dich nicht zum Gewaltigen und Rei-chen, du ladest sonst eine schwere Last auf dich.
3. Was soll dir der irdene Topf bey dem eher-nen Topf? Denn wo sie an einander stoßen, sozerbricht er.
Der Reiche thut unrecht» und ' trotzt nochdazu; aber der Arme muß leiden, und dazu dan-ken. * Ps- 73, 8. S.
5. So lange du ihm nütze bist, braucht er dei-ner; aber wenn du nicht mehr kannst, so läßter dich fahren.
6 . Weit du hast, so zehret er mit dir, undbekümmert ihn nichts, daß du verdirbest.
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