888 ToLjä und Sara Gebeth. Tobias 3. 4.
halten und töd^en, und sind zu Schänden undSpott und Hohn geworden den Fremden, dahindu uns zerstreuet Haft. * 2 Mos. 28,48. Jer. «, 19.
5. Und nun, Herr, schrecklich find deine Ge-richte, weil wir deine Geborhe nicht gehalten,und nicht recht gewandelt haben vor dir.
6. Ach Herr, erzeige mir Gnade, und nimm* meinen Geist weg im Frieden; denn ich willViel lieber todt seyn, denn leben. "i Kon. 19, 4.
7. Und es begab sich Lesselbigen Tages, daßSara, eine Tochter Raguels, in der MederStadt Rages auch übel gefchmähet und gescholtenward von einer Magd ihres Vaters.
8. Der hatte man * sieben Männer nach einan-der gegeben, und ein böser Geist, Asmodi genannt,hatte sie alle getödtet, alsbald wenn sie beyliegen
sollten. * c. 6, 15.
9. Darum schalt sie ihres Vaters Magd, undsprach:
10. Gott gebe, daß wir nimmer einen Sohnoder Tochter von dir sehen auf Erden, du Män-nermörderinn;
11. Willst du mich auch tödten, wie du diesieben Männer getödtet hast?
12. Auf solche Worte ging sie in eine Kammeroben im Hause, und aß noch trank nicht dreyTage und drey Nächte, und hielt an mit Bethenund Weinen, und bath Gott, daß er sie von derSchmach erlösen wollte.
iz. Darnach am dritten Tage, da sie ihr Ge-beth vollendet hatte, lobte sie Gott und sprach:
14. Gelobet sey dein Nähme, Herr, ein Gottunserer Väter; "denn wenn du zürnest, erzeigestdu Gnade und Güte, und in der Trübsal ver-gibst du Sünde denen, die dich anrufen.
* Hab. 4, 2.
15. Zu dir, mein Herr, kehre ich mein Ange-sicht , zu dir hebe ich meine Augen auf,
16. Und bitte dich, daß du mich erlösest ausdieser schweren Schmach, oder mich von hinnennehmest.
17. Du weißt, Herr, daß ich keines Mannesbegehret habe, und meine Seele rein behaltenvon aller bösen Luft,
18. Und habe mich nie zu unzüchtiger und leicht-fertiger Gesellschaft gehalten.
19. Einen Ma?»n aber zu nehmen habe ich ge-Williget in deiner Furcht, und nicht aus Vorwitz;
20. Und entweder bin ich ihrer, oder sie sindniemer nicht werth gewesen, und du * hast michvielleicht einem andern Marine behalten.
* c. 7,12.
Raphaelgesandt. Tobias vermahnet seinen Sohn.
21. Denn dein Rath stehet nicht in MenschenGewalt.
22. Das weiß ich aber fürwahr: Wer Gottdienet, der wird nach der Anfechtunggetröstet, und aus der Trübsal erlöset,und nach der Züchtigung findet erPnade.
23. Denn du hast nicht Lust an unserm Verder-ben. Denn nach dem Ungcwitter lässest du dieSonne wieder scheinen, und nach dem Heulenund Weinen überschüttest du uns mit Freuden.Deinem Nahmen sey ewiglich Ehre und Lob,du Gott Israels.
24. In der Stunde ward dieser beyder Gebetherhöret von dem Herrn im Himmel.
25. Und der heilige * Raphael, der Engel desHerrn, ward gesandt, daß er ihnen beyden hülfe,weil ihr Gebeth gleich auf eine Zeit vor demHerrn vorgebracht ward. ' e. s, 6. i§. .
Das 4. Capitel.
Tobiä letzter Wille, und Unterweisung an seinen Sohn.
1. A)a nun Tobias gedachte, daß sein Gebeth
also erhöret wäre, daß er sterben würde,* rief er seinen Sohn zu sich, und sprach zu ihm:
* c. 14, 5.
2. Lieber Sohn, höre meine Worte und be-halte sie fest in deinem Herzen.
3. Wenn Gott wird meine Seele wegnehmen;so begrabe meinen Leib, und *ehre deine Mutteralle dein Lebenlang. *2Ms.2<i,i2.
Denke daran, was sie für Gefahr ansge-standen hat, da sie dich unter ihrem Herzen trug;
5. Und wenn sie gestorben ist, so" begrabe sie
neben mich. * c. 14,12.
6. Und dein Lebenlang habe Gott vorAugen und im Herzen, und büthe dich,daß du in keine Sünde willigest, undthust wider Gottes Geboth.
7. Von * deinen Gütern hilf den Armen, undwende dick nicht von den Armen; so wird dichGott wieder gnädig ansebeu. ' Luc. 14,13.
8. Wo du kannst da Huf den Dürftigen.
9. Hast du ' viel, so gib reichlich;hast du wenig, so gib doch das Wenige
mit treuem H er; en. " Sir. 35,11.12.
10. Denn du wirst sammeln einen rechten Lohnin der Noth.
11. Denn * die Almosen erlösen von allen Sün-
den , auch vom Lode, und lassen nicht in derNoth. * Sir. 29, 15.
12. Almo-