Beschreibung der Weisheit. Weisl) eit 7 . 8 . Der Weisheit Nutzen.
Das 8. Capitel.
Der Weisheit Nutzen und Frommen.
16. Denn in seiner Hand find beyde wir selbst ,und unsere Rede, dazu alle Klugheit und Kunstin allerley Geschäften.
17 . Denn er hat mir "gegeben gewisse Erkennt-niß alles Dinges, daß ich weiß, wie die Weltgemacht ist, und die Kraft der Elemente;
* Sir. 47/ 16.
18. Der Zeit Anfang, Ende und Mittel; wieder Tag zu-und abnimmt; wie die Zeit desJahrs sich ändert;
is. Und wie das Jahr herum läuft; wiedie Sterne stehen;
20. Die Art der zahmen und der wilden Thiere;wie der Wind so stürmet; und was die Leuteim Sinn haben; mancherlei) Art der Pfianzenund Kraft der Wurzeln.
21. Ich weiß alles, was heimlich und verbor-gen ist; denn die Weisheit, so aller Kunst Mei-ster ist, lehret michs.
22. Denn es ist in ihr der Geist, der verstän-dig ist, heilig, einig, mannigfaltig, scharf, be-hend, beredt, rein, klar, sanft, freundlich, ernst-lich, frey, wohlthätig,
23 . Leutselig, fest, gewiß, ficher; vermag al-les, * fiehet alles, und gehet durch alle Geister,wie verständig, lauter, scharf, ste find.
* i Cor. 2 / io.
2^i. Denn die Weisheit ist das Allerbehendeste,sie fährt und gehet durch alles, so gar lauterist sie.
25 . Denn sie ist das Hauchen der göttlichenKraft, und ein Strahl der Herrlichkeit desAllmächtigen; darum kann nichts Unreines zuihr kommen.
26. Denn sie ist ein " Glanz des ewigen Lichts,und ein unbefleckter Spiegel der göttlichen Kraft,und ein Bild seiner Gütigkeit.
' 2 Cor. 4/ 4. Ebr. 1/ 3.
27. Sie ist' einig, und thut doch alles. Siebleibt, das sie ist, und verneuert doch alles; undfür und für gibt sie fich in die heiligen Seelen,und macht Gottes Freunde und Propheten.
* i Cor. 12 / 4. 11 .
28. Denn Gott liebt Niemand, er bleibe dennbey der Weisheit.
29. Sie gehet einher herrlicher, denn die Sonneund alle Sterne; und gegen das Licht gerech-net, gehet fie weit vor.
30 . Denn das Licht muß der Nacht weichen;aber die Bosheit überwältiget die Weisheit nim-mermehr.
1. rLie reichet" von einem Ende zum andern^ gewaltiglich, und regieret alles wohl.
" Ps. 72/ 8.
(Anfang des s. Capitols.)
2 . D^ftlbige habe ich geliebet, und gesucht von
meiner Jugend auf, und gedachte sie mirzur Braut zu nehmen; denn ich habe ihre Schönelieb gewonnen.
3 . Ste ist herrlichen Adels; denn ihr Wesen
ist" bey Gott, und der Herr aller Dinge hatfie lieb. " J°h. i/1.
4 . Sie ist der heimliche Rath im ErkenntnißGottes, und ein Angeber seiner Werke.
6 . Ist Reichthum ein köstliches Ding im Leben;was ist "reicher, denn die Weisheit, die allesschafft? " c. 7 / 8 .9.
6 . Thut es aber Klugheit; wer ist unter allenein künstlicherer Meister, denn sie?
7 . Hat aber Jemand Gerechtigkeit lieb; ihreArbeit ist eitel Tugend: denn fie lehret Zucht,Klugheit, Gerechtigkeit und Stärke, welche dasallernützeste find im Menschenleben.
8 . Begehret einer viele Dinge zu wissen; sokann fie errathen, beydes was vergangen, undzukünftig ist. Sie verstehet sich auf verdeckteWorte, und weiß die Räthsel aufzulösen. Zei-chen und Wunder weiß sie zuvor, und wie eszu den Zeiten und Stunden ergehen soll.
s. Ich habe es beschlossen, mir fie "zur Gespie-linn zu nehmen; denn ich weiß, daß sie mirein guter Rathgeber seyn wird, und ein Trö-ster in Sorgen und Traurigkeit. * Spr. 7 / 4 .
10. Ein Jüngling hat durch dieselbige Herrlich-keit bey dem Volk, und " Ehre bey den Alten.
* Ps. 119/ 100.
11. Ich " werde scharf erfunden werden im Ge-richt, und bev den Gewaltigen wird man sichmeiner verwundern. *i Kön. 3 ,- 8 .
12. Wenn ich "schweige, werden sie auf mich
harren; wenn ich rede, werden sie aufmerken;wenn ich fort rede, werden fie die Hände aufihren Mund legen. * Hiob 29/ 21.
13. Ich werde einen unsterblichen Nahmen durchfie bekommen, und ein ewiges Gedächtntß beymeinen Nachkommen lassen.
1^. Ich werde Leute regieren, und Heidenwerden mir unterthan seyn.
15. Grausame Tyrannen werden fich fürchten,wenn sie mich hören; und bey dem Volk werde
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