Druckschrift 
[1] (1821) [Altes Testament]
Entstehung
Seite
876
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8/6 Gebeth um Weisheit. Weisheit 8. 9. 10. Die Weisheit erhält wider Verfolger.

ich gütig erfunden, und im Kriege ein Held.Bleibe ich aber daheim, so habe ich meine Ruhean ihr;

16. Denn es ist kein Verdruß mit ihr umzuge-hen, noch Unlust um sie zu seyn; sondern Lustund Freude.

17. Solches bedachte ich bey mir, und nahmes zu Herzen. Denn welche ihre Verwandtensind, haben ewiges Wesen;

18 . Und welche ihre Freunde sind, haben reineWollust; und kommt unendlicher Reichthumdurch die Arbeit ihrer Hände, und Klugheitdurch ihre Gesellschaft und Gespräch, und einguter Ruhm durch ihre Gemeinschaft und Rede.Ich bin umher gegangen zu suchen, daß ich siezu mir brächte.

19. Denn ich war ein Kind guter Art, undhabe bekommen eine feine Seele.

20 . Da ich aber wohl erzogen war, wuchs ichzu einem unbefleckten Leibe.

21 . Da ich aber erfuhr, daß ich nicht anderskönnte züchtig seyn, es gäbe mir es denn Gott(und dasselbige war auch Klugheit, erkennen ,weß solche Gnade ist;) trat ich zum Herrn, undbath ihn, und sprach von meinem ganzen Herzen:

Das 9. Capitel.

Gebcth zu Gott um Weisheit.

1 . A Gott meiner Väter, und Herr aller Güte,

^ der du * alle Dinge durch dein Wort ge-macht, *Ps. 33, ü. Joh. t, 3.

2 . Und * den Menschen durch deine Weisheitbereitet hast, daß er herrschen sollte über dieLreatur, so von dir gemacht ist,

* 1 Mos. 1, 26. WeiSH. io, 2.

3. Daß er die Welt regieren sollte mit Heilig-keit und Gerechtigkeit, und mit rechtem Herzenrichten.

* Gib mir die Weisheit, die stets um deinenThron ist; und verwirf mich nicht aus deinenKindern. * 1 Kon. 3,9. 2 Chr. 1 , 10 .

5. Denn ich bin * dein Knecht, und deiner Magd

Sohn, ein schwacher Mensch, und kurzes Lebens,und zu gering im Verstände des Rechts und Ge-setzes. *Ps. 86, 16 . Ps. 116 , 16 .

6. Und wenn gleich einer unter den Menschen-kindern vollkommen wäre; so gilt es doch nichts,wo er ohne die * Weisheit ist, so von dir kommt.

* 1 Cor. 3, 19,

7. Du hast * mich erwählet zum Könige über dein

Volk, und zum Richter über deine Söhne undTöchter; " 2 Chr. i, sr.

8. Und hießest mich einen * Tempel bauen aufdeinem heiligen Berge, und einen Altar in derStadt deiner Wohnung, der da gleich wäre derheiligen Hütte, welche du vorzeiten bereiten ließest;

* Kön. 8, 19 .

9. Und mit dir deine Weisheit, "welchedeineWerke weiß und dabey war, da du die Weltmachtest, und erkennet, was dir wohl gefällt, undwas richtig ist in deinen Gebothen.

* Spr. 8, 22. 30. WeiSH. 8,

10. Sende sie herab von deinem heiligen Him-mel, und aus dem Thron deiner Herrlichkeit;sende sie, daß sie bey mir sey und mit mir arbeite,daß ich erkenne, was dir wohl gefalle.

i i. Denn " sie weiß Alles, und verstehet es.Und laß sie mich leiten in meinen Werken mäßig-lich, und mich behüthen durch ihre Herrlichkeit;

* c. 8, 8.

12. So werden dir meine Werke angenehmseyn; und werde dein Volk recht richten, undwürdig seyn des Throns meines Vaters.

13. Denn * welcher Mensch weiß Gottes Rath?Oder wer kann denken, was Gott will?

" Rom. 11, 31.

1^. Denn der sterblichen Menschen " Gedankensind mißlich, und unsere Anschläge sind gefährlich.

' Jer. 17, 9.

15. Denn der * sterbliche Leichnam beschwert die

Seele, und die irdische Hütte drückt den zerstreu-ten SiNN. *2Cor.-, i.

16. Wir treffen das kaum, so ' auf Erden ist,und erfinden schwerlich, das unter Händen ist.Wer will denn erforschen, das im Himmel ist?

* 8oh. 3, 12.

17. Wer will deinen Rath erfahren? Es seydenn, daß du Weisheit gebest und sendest deinenheiligen Geist aus der Höhe;

18. Und also richtig werde das Thun auf Er-den, und die Menschen lernen, was dir gefällt,

19. Und durch die Weisheit selig werden.

Das 10. Capitel.

Wunderbare Erhaltung der Liebhaber himmlischer Weisheit.

1. A)ieselbige Weisheit behüthete den, so am^ ersten gemacht, und " allekne geschaffen

ward zum Vater der Welt; * i Mos. i, 26. c. 2,7.

2. Und brachte ihn aus seiner Sünde, undgab " ihm Kraft über alles zu herrschen.

* k. 9, 2. 1 Mos. 1, 26. 28.

3. Von welcher da " der Ungerechte abfiel durch

feinen Zorn, verdarb er von wegen des wüthi-gen Brudermords. * 1 Mos. 4, s.