804 ^ Daniel legt die Schrift aus. Daniel 5. 6.
Daniel wird verfolgt.
deinem Halse tragen, und der dritte Herr seynin meinem Königreich.
17 . Da fing Daniel an, und redete vor demKönige: Behalte deine Gaben selbst, und gibdein Geschenk einem Andern; ich will dennochdie Schrift dem Könige lesen und anzeigen,was fie bedeute.
18. Herr König, Gott der Höchste hat deinemVater, NebueadNezar, 'Königreich, Macht,Ehre und Herrlichkeit gegeben.
* c. 2, 37. c. 19.
19. Und vor solcher Macht, die ihm gegebenwar, fürchteten und scheueten fich vor ihm alleVölker, Leute und Zungen. Er tödtete, wener wollte; er schlug, wen er wollte; er erhö-hte, wen er wollte; er demüthigte, wen erwollte.
20. Da fich aber sein * Herz erhob, und erstolz und hochmüthig ward; ward er vom kö-niglichen Stuhl gestoßen, und verlor seine Ehre,
* c. 4, 27.
21. Und ward * verstoßen von den Leuten,
und sein Herz ward gleich den Thteren, undmußte bey dem Wild laufen, und fraß Graswie Ochsen, und fein Leib lag unter dem Thaudes Himmels, und ward naß: bis daß er ler-nete, daß Gott der Höchste Gewalt hat überder Menschen Königreiche, und gibt sie, wem erwill. ' 4 , n.
22. Und du, Belsazer, sein Sohn, hast deinHerz nicht gedemüthiget, oh du wohl solchesalles weißt:
23. Sondern Haft dich wider den Herrn desHimmels erhoben, und " die Gefässe seines Hau-ses hat man vor dich bringen müssen; und du,deine Gewaltigen, deine Weiber und deine Kebs-weiber haben daraus gesoffen; dazu die silber-nen, goldenen , ehernen, eisernen, hölzernen,steinernen Götter gelobet, i- die weder sehen,noch hören, noch fühlen; den Gott aber, derdeinen Odem und alle deine Wege in seinerHand hat, hast du nicht geehret.
* V. 2. Ps. 115/ 4. Ps. 135/ 15.
2^. Darum ist von ihm gesandt diese Handund diese Schrift, die da verzeichnet stehet.
2ö. Das ist aber die Schrift allda verzeichnet:Mene, mene, tekel, upharsin.
2 6 .-Und fie bedeutet dieß: Mene, das ist,Gott hat dein Königreich gezählet und vollendet.
27 . Tekel, das ist, man hat dich in einerWage gewogen und zu leicht gefunden.
28. Peres, das ist,- dein Königreich ist zer-theilet und den Medern und Persern gegeben.
29. Da befahl Belsazer, daß man Danielmit Purpur kleiden sollte und goldene Ketten anden Hals geben ; und * ließ von ihm verkündi-gen, daß er der dritte Herr sey im Königreich.
* 1 Mos. 41/ 43.
30 . Aber des Nachts ward der-Chaldäer Kö-nig Belsazer gelödtet.
(Anfang des 6. Capitels.)
31 .Und Darius aus Meden nahm das Reichein, da er zwey und sechzig Jahre altwar.
Das 6. Capitel.
Daniels Erlösung aus der Löwengrube unter Darius.
1. Nnd Darius sah es für gut an, daß er
^ über das ganze Königreich setzte hundertund zwanzig Landvögte.
2. Ueber diese setzte er drey Fürsten, dererEiner war Daniel, welchem die Landvögte soll-ten Rechnung thun, und der König der Müheüberhoben wäre.
3. Daniel aber übertraf die Fürsten und Land-Vögte alle, denn es war ein hoher Geist in ihm;darum gedachte der König ihn über das ganzeKönigreich zu fetzen.
Derhalben' trachteten die Fürsten und Land-vögte darnach, wie sie eine Sache zu Danielfunden, die wider das Königreich wäre: abersie konnten keine Sache noch Uebelthat finden;denn er war treu, daß man keine Schuld nochUebelthat an ihm finden mochte. "Ps. 94 , 21 .
5. Da sprachen die Männer: Wir werdenkeine Sache zu Daniel finden, ohne über fei-nem Gottesdienst.
6 . Da "kamen die Fürsten undLandvögte häufig
vor den König, und sprachen zu ihm also:Herr König Darius, Gott verleihe dir langesLeben. *c. 3 , 9 . «. 5 , 1 ».
7. Es haben die Fürsten des Königreichs, dieHerren, die Landvögte, die Räche und Haupt-lcute alle gedacht, daß man einen königlichenBefehl solle ausgehen lassen und ein strengesEeboth stellen, daß, wer in dreyßig Tagen etwasbitten wird von irgend einem Gott oder Men-schen, ohne von dir König allein, solle zu denLöwen in den Graben geworfen werden.
8 . Darum, lieber König, sollst du solches Ge-both bestätigen und dich unterschreiben, auf daßnicht wieder geändert werde, nach dem Rechtder Meder und Perser, welches Niemand über-treten darf.