Daniel beym Leben erhalten. DaNi
9. Also unterschrieb sich der König Darius.
10. Als nun Daniel erfuhr, daß solch Gebothunterschrieben wäre, ging er hinauf in sein Haus(er hatte aber an seinem Sommerhause offeneFenster gegen Jerusalem.) Und er fiel des Tagesdreymahl auf seine Knie, bethete, lobte unddankte seinem Gott, wie er denn vorhin zu thunpflegte.
11. Da kamen diese Männer häufig, und fan-den Daniel bethen und flehen vor seinem Gott;
12. Und traten hinzu, und redeten mit demKönige von dem königlichen Geboth: Herr Kö-nig , ' hast du nicht ein Geboth unterschrieben,daß, wer in dreyßig Tagen etwas bitten würdevon irgend einem Gott oder Menschen, ohnevon dir König allein, solle zu den Löwen inden Graben geworfen werden? Der König ant-wortete, und sprach: Es ist wahr, und das Rechtder Meder und Perser soll Niemand übertreten.
* c. 3 / io.
13 . Sie antworteten, und sprachen vor dem
Könige: Daniel, * der Gefangenen aus JudaEiner, der achtet weder dich noch dein Geboth,das du verzeichnet hast; denn er bethet des Ta-ges dreymahl. *c. 13.
i-i. Da der König solches hörete, ward ersehr betrübt und that großen Fleiß, daß erDaniel erlösete, und bemühete sich, bis die Sonneunterging, daß er ihn errettete.
15. Aber die Männer kamen häufig zu demKönige, und sprachen zu ihm: Du weißt, HerrKönig, daß der Meder und Perser Recht ist,daß alle Gebothe und Befehle, so der Königbeschlossen hat, sollen unverändert bleiben.
16. Da befahl der König, daß man Danielherbrächte; und warfen ihn zu den Löwen inden Graben. Der König aber sprach zu Daniel:Dein Gott, dem du ohne Unterlaß dienest, derhelfe dir.
17. Und sie brachten einen " Stein, den legtensie vor die Thür am Graben; den versiegelte derKönig mit seinem eigenen Ringe und mit demRinge seiner Gewaltigen, auf daß sonst Nie-mand an Daniel Muthwillen übete.
* Matth. 27, 60. 66 .
18 . Und der König ging, weg in seine Burg,und blieb ungegessen, und ließ kein Essen vorsich bringen, konnte auch nicht schlafen.
i s. Des Morgens frühe, da der Tag anbrach,stand der König auf, und ging eilend zum Gra-ben, da die Löwen waren.
20. Und als er zum Graben kam, rief er
l 6 . 7 . Daniels Traum und Gesicht. 805
Daniel mit kläglicher Stimme. Und der Königsprach zu Daniel: Daniel, du Knecht des leben-digen Gottes, hat dich auch dein Gott, ' dem duohne Unterlaß dienest, mögen von den Löwenerlösen? * v. i 6 .
21. Daniel aber redete mit dem Könige:Herr König, Gott verleihe dir langes Leben.
22. Mein Gott hat seinen Engel gesandt,der den " Löwen den Rachen zugehalten hat,daß sie mir kein Leid gethan haben. Denn vorihm bin ich unschuldig erfunden, so habe ichauch wider dich, Herr König, nichts gethan.
* Ebr. 33.
23 . Da ward der König sehr froh, und hiessDaniel aus dem Graben ziehen. Und sie zogenDaniel aus dem Graben, und man spürete kei-nen Schaden an ihm. Denn er hatte seinemGott vertrauet.
2-j. Da hieß der König die Männer, so Da-niel verklagt hatten, herbringen, und zu denLöwen in den Graben werfen, samt ihrenKindern und Weibern. Und ehe sie auf denBoden hinab kamen, ergriffen sie die Löwen,und zermalmeten auch ihre Gebeine.
25 . Da ließ der König Darius schreiben allenVölkern, Leuten und Zungen: Gott gebe euchviel Frieden l
26. Das ist mein Befehl, daß man in derganzen Herrschaft meines Königreichs den GottDaniels fürchten und scheuen soll. Denn er istder lebendige Gott, der ewiglich bleibet; undsein Königreich ist unvergänglich, und seineHerrschaft hat kein Ende.
27. Er ist ein Erlöser und Nothhelfer, under thut Zeichen und Wunder beydes im Himmelund auf Erden. Der hat Daniel von den Löwenerlöset.
28. Und Daniel " ward gewaltig im König-
reich Darius, und auch im Königreich Kores,der Perser. " c. i, 21.
Das 7. Capitel.
Don vier Monarchien, und Christi ewigem Königreich.
j.^m ersten Jahr Belsazers, des Königs zu^ Babel, hatte Daniel einen Traum undGefickt auf seinem Bette; und er schrieb den-selbigen Traum, und verfaßte ihn also:
2. Ich Daniel sah ein Gesicht in der Nacht,und siehe, die vier Winde unter dem Himmelstürmeten wider einander auf dem großen Meer.
3. Und vier große Thiere stiegen herauf ausdem Meer, Eins je anders, denn das Andere.