Druckschrift 
[1] (1821) [Altes Testament]
Entstehung
Seite
617
Einzelbild herunterladen
 

617

Gute Lehren. Böse Plage. Prediger 5. 6. 7. Ehre ist eitel.

ziehe es nicht zu halten; denn er hat keinen Ge-fallen an den Narren. Was du gelobest, dashalte. *-Mos.2Z,2i.

4 . Es ist besser, du gelobest nichts, denn daßdu nicht hältst, was du gelobest.

5 . Verhänge deinem Munde nicht, daß er deinFleisch verführe; und sprich vor dem Engel nicht:Ich bin unschuldig. Gott möchte erzürnen überdeiner Stimme, und verdammen alle Werkedeiner Hände.

6 . Wo viele Träume sind, da ist Eitelkeit undviele Worte; aber fürchte du Gott.

7 . Stehest du dem Armen Unrecht thun undRecht und Gerechtigkeit im Lande wegreissen,wundere dich des Vornehmens nicht; denn esist noch ein hoher Hüther über den Hohen, undsind noch Höhere über die beyde.

8 . Ueber das ist der König im ganzen Lande,das Feld zu bauen.

9 . Wer Geld liebt, wird Geldes nimmer satt;und wer Reichthum liebt, wird keinen Nutzendavon haben. Das ist auch eitel.

10. Denn wo viel Gutes ist, da sind viele, diees essen; und was genießt sein, der es hat, ohnedaß er es mit Augen ansieht?

< i. Wer arbeitet, dem ist der Schlaf süße, erhabe wenig oder viel gegessen; aber die Fülle desReichen laßt ihn nicht schlafen.

12. Es ist eine böse Plage, die ich sah unter

der Sonne,' Reichthum behalten zum Schadendem, der ihn hat. -Hiob 20,20.

13. Denn der Reiche kommt um mit großemJammer; und so er einen Sohn gezeuget hat,dem bleibt nichts in der Hand.

14. Wie ' er nackend ist von seiner MutterLeibe gekommen; so fährt er wieder hin, wie ergekommen ist, und nimmt nichts mit sich vonseiner Arbeit in seiner Hand, wenn er hinfährt.

* Hiob 1 / 21. 1 Tim. 6 , 7 .

15 . Das ist eine böse Plage, daß er hinfähret,wie er gekommen ist. Was hilft ihm denn,daß er in den Wind gearbeitet hat?

i o. Sein Lebenlang hat er im Finstern gegessen,und in großem Grämen, und Krankheit, undTraurigkeit.

17 . So ' sehe ich nun das für gut an, daß esfein fey, wenn man isset und trinket, und gutesMuths ist in aller Arbeit, die einer thut unterder Sonne sein Lebenlang, das ihm Gott gibt;denn das ist sein Theil. * 3,12.22. c.«, 13. c. 9 / 7.

18. Denn welchem Menschen Gott Reichthumund Güter und Gewalt gibt, daß er * davon

isset und trinket für sein Theil, und fröhlich istin seiner Arbeit; das ist eine Gottesgabe.' c. 2,21.

19. Denn er denkt nicht viel an das elendeLeben, weil Gott sein Herz erfreuet.

Das 6. Capitel.

Geiz und weltliche Ehre ein eitel Ding.

1. ^s ist ein Unglück, das ich sah unter der^ Sonne, und ist gemein bey den Men-schen.

2. Einer, dem Gott Reichthum, Güter undEhre gegeben hat, und mangelt ihm keines,das sein Herz begehrt; und Gott ihm doch nichtMacht gibt desselben zu genießen, sondern einAnderer verzehret es. Das ist eitel und eineböse Plage.

3. Wenn er gleich hundert Kinder zeugete,und hätte so langes Leben, daß er viele Jahreüberlebte, und seine Seele sättigte sich des Gutesnicht, und bliebe ohne Grab, von dem sprecheich, daß eine unzeitige Geburt besser sey, denn er.

4 . Denn in Eitelkeit kommt er, und in Fin-sterniß fährt er dahin, und sein Nähme bleibtin Finsterniß bedeckt,

5. Er wird der Sonne nicht froh, und weißkeine Ruhe weder hier noch da.

6 . Ob er auch zwey tausend Jahre lebte, sohat er nimmer keinen guten Muth: kommt esnicht alles an Einen Ort?

7. Einem jeglichen Menschen ist Arbeit aufge-legt nach seiner Maße, aber das Herz kannnicht daran bleiben.

8 . Denn was richtet ein Weiser mehr aus,weder ein Narr? Was unterstehet sich der Arme,daß er unter den Lebendigen will seyn?

9. Es ist besser, das Gegenwärtige gut ge-brauchen , denn nach andern gedenken. Das istauch Eitelkeit und Jammer.

10. Was ist es, wenn einer gleich hoch be-rühmt ist, so weiß man doch, daß er ein Menschist; und kann nicht hadern mit dem, das ihmzu mächtig ist.

11. Denn es ist des eiteln Dinges zu viel;was hat ein Mensch mehr davon?

Das 7. Capitel.

Von Mitteln zur Glückseligkeit.

i.^enn wer weiß, was dem Menschen nütz-^ lich ist im Leben, so lange er lebt inseiner Eitelkeit, welches dahin fährt wie einSchatten ? ' Oder wer will dem Menschen sagen,was nach ihm kommen wird unter der Sonne?

» 1 Chr. so, 15 -

Jiti