610 Hinderniß Sprüche 26. 27. 28. der Weisheit.
so glaube ihm nicht; denn es sind sieben Gräuelin seinem Herzen.
26. Wer den Haß heimlich hält, Schaden zuthun, deß Bosheit wird vor der Gemeine offen-bar werden.
27. Wer * eine Grube macht, der wird dareinfallen; und wer.einen Stein wälzet, auf denwird er kommen. ' Ps. 7,16. Ps. 9,16. Prcd. IO, 8.
28. Eine falsche Zunge hasset, der ihn strafet;und ein Heuchelmaul richtet Verderben an.
Das 27 . Capitel.
Don vergeblicher Einbildung und Vermessenheit, als der ersten Hinder»dcrniß zur Weisheit, und dieser vielfältigen Nutzen.
1. Aühme * dich nicht des morgenden Tages ;
^ denn du weißt nicht, was heute sich be-geben Mag. *Jac.4,i3.14.
2. Laß dich einen andern loben, und * nicht
deinen Mund, einen fremden, und nicht deineeigene Lippen. *2 Cor. 10,12.
3. Stein ist schwer, und Sand ist Last; aberdes Narren Zorn ist schwerer, denn die beyde.
4 . Zorn ist ein wüthiges Ding, und Grimm istungestüm; und wer kann vor dem Neid bestehen?
s. * Oeffentliche Strafe ist besser, denn heim-liche Liebe. * Gal. 2, 11.14. 1 Tim. 5, 20.
6 . Die * Schläge des Liebhabers meinen es rechtgut; aber das Küssen des Hassers ist ein Gewäsche.
* Ps. 141, 5.
7 . Eine volle Seele zertritt wohl Honigseim;aber einer hungrigen Seele ist alles Bittre süße.
8. Wie ein Vogel ist, der aus seinem Nestweicht; also ist, der von seiner Stätte weicht.
9. Das Herz freuet sich der Salbe und Räuch-werk; aber ein Freund ist lieblich um Rathswillen der Seele.
10. Deinen Freund und deines Vaters Freundverlaß nicht; und gehe nicht ins Haus deinesBruders, wenn dirs übel gehet; denn ein *Nachbar ist besser in der Nähe, weder ein Bru-der in der Ferne. * c. 14,20. c. 18,24.
41. Sey * weise, mein Sohn, so freuet sichmein Herz, so will ich antworten dem, dermich schmähet. *0.23,15.
12. Ein * Witziger stehet das Unglück, undverbirgt sich; aber die Albernen gehen durch,und leiden Schaden. * c. 21,29. e. 22, ^
13. Nimm * dem sein Kleid, der für einen An-
dern Bürge wird, und pfände ihn um der Frem-den willen. *«.2o,i6.
14 . Wer seinen Nächsten mit lauter Stimmesegnet, und früh aufstehet, das wird ihm füreinen Fluch gerechnet.
is. Ein * zänkisches Weib und stätrges Triefen,wenn es sehr regnet, werden wohl mit einanderverglichen. * r. 19,13. c. 25,24.
16. Wer sie aufhält, der hält den Wind, undwill das Oehl mit der Hand fassen.
17. Ein Messer wetzt das andere, und ein Mannden andern.
18. Wer seinen Feigenbaum bewahret, der issetFrüchte davon; und wer seinen Herrn bewahret,wird geehret.
19. Wie der Scheine (das Schattenbild) jm Wasserist gegen das Angesicht; also ist eines MenschenHerz gegen den andern.
20. Hölle und Verderbniß werden nimmer voll,und * der Menschen Augen find auch unersättlich.
* Prcd. 1, 8.
21. Ein Mann wird durch den Mund des Lo-bers bewähret, ' wie das Silber im Tiegel,und das Gold im Ofen. * Ps. 12,7.
22. Wenn du den Narren im Mörser zerstießestmit dem Stampfe!, wie Grütze; so ließe dochfeine Narrheit nickt von ihm.
23. Auf deine Schafe habe Acht, und nimmdich deiner Herde an.
24 . Denn * Gut währet nicht ewiglich, und dieKrone währet nicht für und für. *1 Tim. 6,7.17.
2 s. Das Heu ist aufgegangen, und ist da dasGras, und wird Kraut auf den Bergen ge-sammelt.
26. Die Lämmer kleiden dich, und die Böckegeben dir das Ackergeld.
27. Du hast Ziegenmilch genug zur Speise dei-nes Hauses, und zur Nahrung deiner Dirnen.
Das 28 . Capitel.
Von der andern Hindcrniß der Weisheit, einem bösen Gewissen, dessenEigenschaft, Ursprung und Arzenen dawider.
1. H>er * Gottlose stiehet, und Niemand jagt^ ihn: der Gerechte aber ist getrost, wie
ein junger Löwe. *3Mof 26,36.
2. Um des Landes Sünde willen werden vieleAenderungen der Fürstenthümer; aber um derLeute willen, die verständig und vernünftig find,bleiben sie lange.
3. Ein armer Mann, der die Geringen beleidi-get, ist wie ein Mehlthau, der die Frucht ver-derbet.
4 . Die das Gesetz verlassen, * loben den Gott-losen ; die es aber bewahren, sind unwillig auf sie.
* Ps. 49, 14.
5 . Böse Leute merken nicht auf Las Recht;die aber nach dem Herrn fragen, merken aufAlles.