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[1] (1821) [Altes Testament]
Entstehung
Seite
511
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Hiobs voriges Glück,

Hiob 29. 30.

und gegenwärtiges Unglück. 511

13 . Der Segen deß, der verderben sollte,kam über, mich; und ich erfreuete das Herz derWitwen.

1- z. Gerechtigkeit war mein Kleid, das ichanzog wie einen Rock; und mein Recht warmein fürstlicher Hut.

is. Ich war des Blinden Auge, und desLahmen Füße.

15 . Ich war ein ' Vater der Armen; und welcheSache ich nicht wußte, die erforschete ich.

* c. 3i, 18.

17 . Ich * zerbrach die Backenzähne des Urige,rechten, und riß den Raub aus seinen Zähnen.

* Ps. 68, 7.

18. Ich gedachte: Ich will in meinem Nestersterben, und meiner Tage viele machen wieSand.

is. Meine Saat ging auf am Wasser, undder Thau blieb über meiner Ernte.

20. Meine Herrlichkeit erneuerte sich immer an

mir; und mein * Bogen besserte sich in meinerHand. *1 Mos. 49 , 24 .

21. Man hörete mir zu, und schwiegen, undwarteten auf meinen Rath.

22. Nach meinen Worten redete Niemandmehr; und meine * Rede troff auf sie. *3 Mos. 32,2.

23. Sie warteten auf mich, wie auf den Re-gen, und sperreten ihren Mund auf, als nachdem Abendregen.

2- 4. Wenn ich sie anlachte, wurden sie nichtzu kühn darauf; und das Licht meines Ange-sichts machte mich nicht geringer.

25. Wenn ich zu ihrem Geschäfte wollte kom-men , so mußte ich oben an sitzen; und wohnetewie ein König unter Kriegsknechten, da ich trö-stete , die leidetrugen.

Das 30. Capitel.

Hiob klaget über sein Elend und Anfechtung.

1. <H?un aber lachen meiner, die jünger find

denn ich, welcher Väter ich verachtethätte', zu stellen unter meine Schafhunde;

2. Welcher Vermögen ich für nichts hielte, dienicht zum Alter kommen konnten;

3. Die vor Hunger und Kummer einsam flohenin die Einöde, neulich verdorben und elendgeworden;

- 4 . Die da Nesseln ausrauften um die Büsche,und Wachholderwurzeln war ihre Speise;

5. Und wenn sie die heraus rissen, jauchzetensie darüber, wie ein Dieb.

6. An den grausamen Bächen wohneten sie,in den Löchern der Erde und Steinritzen.

7. Zwischen den Büschen riefen sie, und unterden Disteln sammelten sie;

8 . Die Kinder loser und verachteter Leute, diedie Geringsten im Lande waren.

9. * Nun bin ich ihr Saitenspiel geworden,und muß ihr Mährlein seyn. *Ps. 69 , 13 .

10. Sie haben einen Gräuel an mir, undmachen sich ferne von mir, und schonen nichtvor meinem Angesicht zu speyen.

11. Sie haben mein Seil ausgespannet, undmich zu Nichte gemacht, und das Meine abge-zäumet.

12. Zur Rechten, da ich grünete, haben siesich wider mich gesetzet, und haben meinen Fußausgestoßen, und haben über mich einen Weggemacht, mich zu verderben.

13. Sie haben meine Steige zerbrochen; eswar ihnen so leicht mich zu beschädigen, daß siekeiner Hülfe dazu bedurften.

1^. Sie sind gekommen, wie zur weiten Lückeherein, und sind ohne Ordnung daher gefallen.

15. Schrecken hat sich gegen mich gekehret, undhat verfolget wie der Wind meine Herrlichkeit,und wie eine laufende Wolke meinen glückseli-gen Stand.

16. Nun aber gießet sich aus meine Seele übermich, und mich hat ergriffen die elende Zeit.

1 7 . Des Nachts wird mein Gebein durchbohretallenthalben; und die mich jagen, legen sich nichtschlafen.

18. Durch die Menge der Kraft werde ichanders und anders gekleidet; und man gürtetmich damit, wie mit dem Loch meines Rocks.

19. Man hat mich in Koth getreten, undgleich geachtet dem Staub und Äsche.

20. * Schreye ich zu dir, so antwortest du mirnicht; trete ich hervor, so achtest du nicht aufmich.

* c. 19, 7. Ps 22 , 3. Ps. 102 , 2 .

21. Du bist mir verwandelt in einen Grausa-men , und zeigest deinen Gram an mir mit derStärke deiner Hand.

22. Du hebest mich auf, und lässest mich aufdem Winde fahren, und zerschmelzest mich kräf-tiglich.

23. Denn ich weiß, du wirst mich dem Todeüberantworten; da ist das bestimmte Haus allerLebendigen.

2-4. Doch wird er nicht die Hand ausstrecksnin das Beinhaus, und werden nicht schreyenvor seinem Verderben.

25. Ich weinere ja in der harten Zeit, undmeine Seele jammerte der Armen.