Hiob bezeuget seine Unschuld. Hiob 16. 17.
Hiob erzählt sein Elend. 503
3 . Wollen die* losen Worte kein Ende haben?
Oder was macht dich so frech also zu reden?
* «. 6/ 26.
Ich könnte auch wohl reden, wie ihr.Wollte Gott, eure Seele wäre an meiner SeeleStatt; ich wollte auch mit Worten an euchsetzen, und mein Hanpt also über euch schütteln.L. Ich wollte euch stärken mit dem Munde,und mit meinen Lippen trösten.
6 . Aber wenn ich schon rede, so schonet meinerder Schmerz nicht; lasse ich es anstehen, so geheter nicht von mir.
7 . Nun aber macht er mich müde, und verstö-ret alles, was ich bin.
8 . Er hat mich runzlicht gemacht, und 'zeugetwider mich ; und mein Widersprecher lehnet sichwider mich auf, und antwortet wider mich.
* e. io, 17 .
9 . Sein Grimm reisset, und der mir gram ist,' beisset die Zähne über mich zusammen; meinWidersacher funkelt mit seinen Augen auf mich.
* Ps. 35/ 16.
10. Sie haben ihren Mund aufgesperretwidermich, und haben mich schmählich auf meine Ba-cken geschlagen; sie haben ihren Muth mit einan-der an mir gekühlet.
i i. Gott hat mich übergeben dem Ungerech-ten , und hat mich in der Gottlosen Hände las-sen kommen.
12. Ich war reich , aber er hat mich zu Nichte
gemacht; er hat mich beym Halse genommenund zerstoßen, und hat' mich ihm zum Ziel auf-gerichtet. * magi. 3 /12.
13 . Er hat mich umgeben mit seinen Schützen,er hat meine Nieren gespaltet, und nicht ver-schonet, er hat meine Galle auf die Erde ge-schüttet.
1-4. Er hat mir eine Wunde über die anderegemacht; er ist an mich gelaufen, wie ein Ge-waltiger.
12. Ich habe einen Sack um meine Haut ge-nähet, und habe mein Horn in den Staubgeleget.
16. Mein Antlitz ist geschwollen vom Weinen,und meine Augenlieder sind verdunkelt;
1 7 . Wiewohl kein Frevel in meiner Hand ist,und mein Gebeth' ist rein. * 1 Tim. 2/ s.
18. Ach Erde, verdecke mein Blut nicht! undmein Geschrey mäße nicht Raum finden!
19. Auch siehe da, mein Zeuge ist im Himmel;und der mich kennet, ist in der ' Höhe.
* c. 3,/ 2 .
20. Meine Freunde sind meine Spötter; abermein Auge thränet zu Gott.
21. Wenn ein Mann könnte mit Gott rechten,wie ein Menschenkind mit seinem Freunde!
22. Aber die bestimmten Jahre sind gekommen;'und ich gehe hin des Weges, den ich nichtwieder kommen werde. ' c. 10/ 21.
(Anfang des 17. bapitelS.)
1. Mein Odem ist schwach, und meine Tagefind abgekürzet, das ' Grab ist da.
* Ps. 88/ 4.
Das 17. Capitel.
Hiob erzählt sein Elend und Unschuld noch weiter.
2. H7iemand ist von mir getäuschet, noch muß^ mein Auge darum bleiben in Betrübniß.
3. Ob du gleich einen Bürgen für mich woll-test setzen; wer will für mich geloben?
-4. Du hast ihrem Herzen den Verstand ver-borgen, darum wirst du sie nicht erhöhen.
s. Er rühmet wohl seinen Freunden die Aus-beute ; aber seiner Kinder ' Augen werden ver-schmachten. 'i Sam. 2/ 33 .
6. Er hat mich zum ' Sprüchwort unter den
Leuten gesetzet, und muß ein Wunder unterihnen seyn. *0.30,9. Ps. 69/ 13 . .
7. Meine Gestalt ' ist dunkel geworden vor
Trauren, und alle meine Glieder sind wie einSchatten. * Ps. 6/8. Ps. 3i/io.
8. Darüber werden die Gerechten übel sehen,nnd die Unschuldigen werden sich fetzen wider dieHeuchler.
9. Der Gerechte wird seinen Weg behalten,und der von reinen Händen wird stark bleiben.
10. Wohlan, so kehret euch alle her, undkommt; ich werde doch keinen Weisen unter euchfinden.
11. Meine Tage sind vergangen, meine An-schläge sind zertrennet, die mein Herz besessenhaben.
12. Und haben aus der Nacht Tag gemacht,und aus dem Tag Nacht.
13. Wenn ich gleich lange harre, so ist dochdie Hölle mein Haus, und in Finsterniß istmein Bette gemacht.
1-4. Die Verwesung heisse ich meinen Vater,und die' Würmer meine Mutter und meineSchwester. * c. 4, is.
15. Was soll ich harren? Und wer achtet meinHoffen?
16. Hinunter in die Hölle wird es fahren,und wird mit mir im Staube liegen.