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[1] (1821) [Altes Testament]
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499
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Hiobs Wehklage.

Hiob 10. 11.

Zophars erste Rede.

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3. * Gefällt dirs, daß du Gewalt thust undmich verwirfst, den deine Hände gemacht haben,und machest der Gottlosen Vornehmen zu Ehren?

* c. 34, io.

4. Hast du denn auch fleischliche Augen, oderflehest du, wie ein Mensch flehet?

5. Oder ist deine Zeit, wie eines MenschenZeit? Oder deine Jahre, wie eines MannesJahre?

' 6. Daß du nach meiner Missethat fragest, undsuchest meine Sünde?

7. So du doch weißt, wie ich nicht gottlossey; so doch Niemand ist, der aus deiner Handerretten möge.

8. Deine Hände haben mich gearbeitet, undgemacht alles, was ich um und um bin; undversenkest mich so gar.

9. Gedenke doch, daß*du mich aus Leimen ge-

macht Haft, und wirst mich wieder zu Erdemachen. - * c. 33,6.

10. Hast du mich nicht wie Milch gemolken,und wie Käse lassen gerinnen?

11. Du hast mir Haut und Fleisch angezogen,mit Beinen und Adern hast du mich zusammengefüget,

12. Leben und Wohlthat hast du an mir gethan,und dein * Aufsehen bewahret meinen Odem.

* Dan. S, 23. Ap. Gesch. 17, 28.

13. Und wiewohl du solches in deinem Herzenverbiegest; so weiß ich doch, daß du deß ge-denkest.

14. Wenn ich sündige, so merkest du es bald,und lassest meine Missethat nicht ungestraft.

1Z. Bin ich gottlos , so ist mir wehe: bin ichgerecht, so darf ich doch mein Haupt nicht auf-heben, als der ich voll Schmach bin und sehemein Elend.

16. Und wie ein* ausgereckter Löwe jagest dumich, und handelst wiederum gräulich mit mir.

* Esaj. 38, 13.

17. Du erneuerst deine Zeugen Wider mich,und machst deines Zorns viel auf mich; es zer-plagt mich Eins über das Andere mit Haufen.

18. Warum hast du mich aus Mutterleibekommen lassen? * Ach! daß ich wäre umgekom-men , und mich nie kein Auge gesehen hätte;

* c. 3, 3. ii. Zer. 20 , 14.

19. So wäre ich, als die nie gewesen sind,von Mutterleibe zum Grabe gebracht.

20. Wist denn nicht ein Ende haben mein kur-zes Leben? und von mir lassen, daß ich einwenig erquicket würde?

21. Ehe denn ich hingehe und komme nichtwieder, nähmlich in das Land der Finsternißund des Dunkels,

22. In das Land, da es stockdick finster ist,

und da * keine Ordnung ist, da es scheinet, wiedas Dunkele ? * e. 3, is.

Das 11. Capitel.

Hiob wird von Zophar der Heuchele» beschuldiget.

A>a antwortete ' Zophar von Naema, und^ sprach: *c. 2 , 11 .

2. Wenn einer lange geredet, muß er nicht

auch hören? Muß denn ein * Wäscher immerRecht haben ? * Ps- "0,12.

3. Müßen die Leute zu deinem großen Schwa-tzen schweigen, daß du spottest, und Niemanddich beschäme?

4. Du sprichst : Meine Rede ist rein , und lau-ter bin ich vor deinen Augen.

5. Ach , daß Gott mit dir redete, und thäteseine Lippen auf,

6. Und zeigete die * heimliche Weisheit! Denn

er hätte noch wohl mehr an dir zu thun, auf daßdu wissest, daß er deiner Sünden nicht allergedenket. * Ps- §i,«.

7. Meinest du, daß du so viel wissest, alsGott weiß, und wollest alles so vollkommlichtreffen, als der Allmächtige?

8. Er ist * höher, denn der Himmel, was willst

du thun? Tiefer, denn die Hölle, was kannstdu wissen? * sphes. 3, is.

9. Länger, denn die Erde, und breiter, denndas Meer.

10. So er sie umkehrete, oder verbürge, oderin einen Haufen würfe, * wer will es ihm wehren ?

* Ps. 113, 3.

11. Denn er kennet die losen Leute, er siehetdie Untugend, und sollte es nicht merken?

12. Ein unnützer Mann blähet sich; und eingeborner Mensch will seyn wie ein jungesWild.

13. Wenn du dein Herz hättest gerichtet, unddeine Hände zu ihm ausgebreitet;

14. Wenn du die Untugend, die in deinerHand ist, hättest ferne von dir gethan, daß indeiner Hütte kein Unrecht bliebe:

15. So möchtest du dein Antlitz aufheben ohneTadel, und würdest fest seyn, und dich nichtfürchten.

16. Dann würdest du der Mühe vergessen,und so wenig gedenken, als des Wassers, dasvorüber gehet.

Rrr 2