498 Hiob verant- Hiob
22. Die dich aber hassen, werden * zu Schandenwerden, und der Gottlosen Hütte wird nichtbestehen. * Ps. 6 , n.
Das 9. Capitel.
HiobS Verteidigung ividcr Bildad.
i.^>iob antwortete, und sprach:
^ 2. Ja, ich weiß sehr wohl, * daß alsoist, daß ein Mensch nicht rechtfertig bestehen maggegen Gott. *c. 25, 4 . Ps. 143,2.
3 . * Hat er Luft mit ihm zu hadern, so kanner ihm auf Tausend nicht Eins antworten.
* 2 Mos. 34, 7. Ps. 143, 2.
2,. Cr ist weise und mächtig; wem ist es jegelungen, der sich wider ihn geleget hat?
5. Er versetzet Berge, ehe sie es inne werden,die er in seinem Zorn umkehret.
6 . Er beweget ein Land aus seinem Ort, daßseine Pfeiler zittern.
7. Er spricht zur Sonne, so gehet sie nichtauf, und versiegelt die Sterne.
8. Er breitet den Himmel aus allein, undgehet auf den Wogen des Meers.
9. Er machet den Wagen am Himmel, und
* Orion , und die Glucke, und die Sterne gegenMittag. * Amos -, 8 .
10. Er thut große Dinge, die nicht zu forschensind, und Wunder, deren keine Zahl ist.
11. Siehe, er gehet vor mir über, ehe iches gewahr werde; und verwandelt sich, ehe iches merke.
12. Siehe, wenn er geschwind hinfähret, werwill ihn wieder hohlen ? Wer will zu ihm sagen:Was machst du?
13. Er ist Gott; "seinen Zorn kann Niemand
stillen; unter ihn müßen sich beugen die stolzenHerren. ' Nah. 1, 6 .
1^. Wie sollte ich denn ihm antworten, undWorte finden gegen ihn?
15. Wenn ich auch gleich Recht habe; kannich ihm dennoch nicht antworten, sondern ichmuß um mein Recht flehen.
16. Wenn ich ihn schon anrufe, und er micherhöret; so glaube ich doch nicht, daß er meineStimme höre.
17. Denn er fahret über mich mit Ungestüm,und macht mir der Wunden viele ohne Ursach.
1 8 . Er läßt meinen Geist sich nicht erquicken,sondern macht mich voll Betrübniß.
19. Will man Macht, so ist er zu mächtig;will man Recht, wer will mein Zeuge seyn?
20. Sage ich, daß ich gerecht bin, so verdam-
9 . 10 . wortet sich.
met er mich doch; bin ich fromm, so macht ermich doch zu Unrecht.
21. Bin ich denn fromm, so darf sichs meineSeele nicht annehmen. Ich begehre keines Le,bens mehr.
22. Das ist das Eine, daß ich gesagt habe:Er bringet um beyde den Frommen und Gott-losen.
23. Wenn er anhebet zu geisseln, so dringeter fort bald zum Tode, und spottet der Anfech,tung der Unschuldigen.
2^. Das Land aber wird gegeben unter dieHand des Gottlosen, daß er ihre Richter unter-drücke. Jsts nicht also? Wie sollte es andersseyn?
25. Meine Tage sind * schneller gewesen, denn
ein Läufer; sie find geflohen, und haben nichtsGutes erlebt. *c. 7,7. Ps. so, io.
26. Sie find vergangen, wie die starken Schiffe,wie ein Adler flieget zur Speise.
27. Wenn ich gedenke, ich will meiner Klagevergessen, und meine Geberden lassen fahren,und mich erquicken:
28. So fürchte ich alle meine Schmerzen; weilich weiß, daß du mich nicht unschuldig seyn lässest.
29. Bin ich denn gottlos; warum leide ich dennsolche vergebliche Plage?
30. " Wenn ich mich gleich mit Schneewasser
wüsche, und reinigte meine Hände mit demBrunnen ; * 8 er. 2,22.
31. So wirst du mich doch tunken in denKoth, und werden mir meine Kleider scheußlichanstehen.
32. Denn Er ist nicht meines gleichen, dem ichantworten möchte, daß wir vor Gericht miteinander kämen.
33. Es ist unter uns kein Schiedsmann, nochder seine Hand zwischen uns beyde lege.
3^. Er nehme von mir seine Ruthen, undlasse sein Schrecken von mir,
35. Daß ich möge reden, und mich nicht vorihm fürchten dürfe; sonst kann ich nichts thuu,das für mich sey.
Das 10. Capitel.
Hiob klaget über seinen Jammer.
1. ^Meine Seele verdrießet mein Leben; ich
will meine Klage bey mir gehen lassen,und reden * von Betrübniß meiner Seele,
* k. 7, 11.
2. Und zu Gott sagen: Verdamme mich nicht;laß mich wissen, warum du mit mir haderst?