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6 (1867) Philologie, classische - Reformation
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Preußische, Schulstatistik.

Kirche seit dem 16. Jahrh. an wirklichen Reformen auf dem Erziehnngs- und Unter-richtswesen vorgenommen, waö schon Fürsten, Bischöfe oder Päpste des Reformations-zeitalters (wm z. B. die Schulenstiftungen des Herzogs Albrecht V. von Bayern155079, die Bemühungen Ferdinands I. in Oesterreich für Errichtung katholischerSchulen vgl. z. B. Bd. V, S. 522) gethan für Belebung des katholischen Religionsunter-richtes, für Abfassung katholischer Anti-Katechismen, für Gründung und Verbesserungvon Schulanstalten, insbesondere aber die großartige Thätigkeit, welche die Jesuitenauf dem Gebiete des Gelehrtenschnlweseus entwickelt, und nicht minder das wenige,was freilich ziemlich spät erst und in beschränktem Umfang in katholischen Ländern fürOrganisation des Volksschulwesens geschehen ist: das alles sind nur Fruchte undthatsächliche Anerkenntnisse der von der Reformation gegebenen Anregungen.

In seiner kirchlichen Ausbreitung hat der Protestantismus seit dem Ende desReformationsjahrhunderts kaum mehr Fortschritte, wenigstens innerhalb der europäi-schen Völker gemacht. Aber die allgemeinen Culturideen, die die Reformation des16. Jahrh. in Fluß gebracht hat, und die pädagogischen Anregungen, die sie gegeben,sind und werden mehr und mehr Gemeingut aller gebildeten Völker. Und wenn eswahr ist, daß Civilisation, Intelligenz, politische Freiheit, Wohlstand und Sittlichkeitin den Ländern der Reformation mehr zu finden ist als in denen, die sich den rcfor-matorischen Ideen verschlossen oder dieselben nachträglich wieder unterdrückt haben,wenn es wahr ist, daß die von den Jesuiten erzogenen, vom römischen Klerus ge-leiteten Völker ökonomisch, politisch, moralisch zu Grunde gehen, oder nur durchschwere revolutionäre Krisen zu neuem Leben sich Hindurchringen, während die in denGrundsätzen der evangelischen Reformation erzogenen Völker dem Ziele christlich-humaner Rechts- und Lebenszustände auf dem Wege einer stetigen, wenn auch lang-samen Reform sich anzunähern bestrebt sind: so ist das gewiß das beste Zeugnis fürdie Culturbedeutung der Reformation und insbesondere für die Culturmacht desevangelischen Erziehungs-, Unterrichts- und Schulwesens.

Aber vergessen wir nicht: die Reformation hat auf dem Gebiet der Schulewie auf dem der Kirche nicht etwa, wie man vielfach gemeint hat, ein fertigesSchema aufgestellt, das man nur festhalten oder immer wieder copiren, sie hat nichtabschließende, hemmende und bindende Schranken gezogen, die man niemals über-schreiten, sie hat nicht für das ethische oder pädagogische Gewissen ein bequemesRuhepolster bereitet, darauf man in träger Selbstgenügsamkeit still liegen dürfte.Vielmehr hat sie neue Grundlagen geschaffen oder vielmehr die ursprünglichenGrundlagen christlichen Glaubens und Lebens, evangelischer Bildung und Erziehungwiederhergestellt, und darauf soll fortgebaut; sie hat neue Principien gesetzt,und die sollen durch geführt werden; sie hat an die ganze christliche Welt, andie evangelische Kirche und Schule Forderungen gestellt und diese erwartenihre immer reinere und immer vollständigere Verwirklichung von Gegenwart undZukunft.

Für die evangelische Schule gilt, was für die evangelische Kirche: seelösia«cliola, xor kvan^elium rölormata, 86mxsr ikkormaro sa llabet.

Wagenmann.

Regierung, s. d. Art. Herbart S. 415.

Zur Statistik der höheren Schulen und der Schülerfrequeuz in Preußen.

Beiden folgenden statistischen Uebersichten, welche fast ausschließlich auf dem reichenMaterial von Wiese (Preuß. Jahrbuch Bd. II, namentlich S. 139 ff., Das höhereSchulwesen, bes. Abschn. IV. S. 411 ff.) ruhen, sind vorzugsweise folgende drei Jahreals maßgebend der Vergleichung zu Grunde gelegt: 1818 als Jahr der Vollendung der1812 begonnenen Reorganisation der Gymnasien, 1832 als Jahr der Instruction fürdie Entlaffungsprüfungen der Real- und höheren Bürgerschulen, 1859 als Jahr der