220 Die Neichstagssession von 1888 — 86 .
eine die leidenschaftliche Liebe zum Vaterlande und dieandere die Abneigung gegen den Reichskanzler. (Heiter-keit rechts.) Da trägt die erstere doch nicht immer denSieg davon.
In jedem anderen Lande würde die Diskussion überdiesen Punkt fallen gelassen worden sein; aber seitdemich erklärt habe, daß mich das geniert, seitdem ich demHerrn Abgeordneten Bamberger vorgehalten habe, daßdas mir unbequem war, — da haben die Herren ge-funden: aha, da hat die Regierung einen wunden Punkt,da wollen wir darauf reiben, das kann den Ausländernsehr günstig sein, da kann die Regierung Mißerfolghaben, und das wird uns einen unerhörten Spaß machen.(Bravo! Lebhafte Heiterkeit rechts.) Dann wird trium-phiert in allen freisinnigen Blättern: vollständige Nieder-lage des Fürsten Bismarck. Kurz und gut, vollständignach der französischen Schablone, wie das in Paris undauch in gewissen russischen Blättern so Mode ist. (Bravo!rechts.) Aber ich gönne Ihnen das Vergnügen; ichwürde mich auch nach der Ursache der Aufregung desHerrn Abgeordneten Richter nicht erkundigt haben, wenner nicht bei mir dasselbe Leiden vorausgesetzt hätte. Ichkann ihm versichern, daß es bei mir nicht vorhanden ist;ich befinde mich in vollkommener Ruhe; es ist mir an-genehm, mich mit ihm zu unterhalten. (Heiterkeit.)
Er hat ein Weißbuch über Sanioa vermißt. Ja,meine Herren, das sind wir ganz bereit Ihnen vorzu-legen, wenn nur erst die Berichte eingegangen sind.Telegramme bringen nur Bruchstücke von dem, was ge-schehen ist; Telegramme sind sehr teuer und gehen dochmit den Seefahrten, die sie durchmachen müssen, glaubeich, 14 Tage oder 3 Wochen. Die Berichte haben mir