Ein historisches Dokument. 183
erhalten, welche vor mir liegt, und welche mich er-mächtigt, den Reichstag in der üblichen Zeit nach Ab-machung seiner Geschäfte, d. h. also etwa heute odermorgen zu schließen. Ich hatte die Bitte an SeineMajestät gerichtet, nur den Anfangsbuchstaben des Namensnoch zu unterzeichnen, Seine Majestät aber haben mirdarauf erwidert, daß Sie glaubten, den vollen Namennoch unterschreiben zu können. Infolgedessen liegt dieseshistorische Aktenstück der letzten Unterschrift SeinerMajestät vor mir.
Unter den obwaltenden Umständen nehme ich an,daß es den Wünschen der Mitglieder des Reichstagsebenso wie denen der verbündeten Regierungen entsprechenwird, daß der Reichstag noch nicht auseinandergeht,sondern zusammen bleibt bis nach Eintreffen SeinerMajestät des Kaisers, und ich mache deshalb von dieserAllerhöchsten Ermächtigung weiter keinen Gebrauch, alsdaß ich dieselbe als historisches Dokument zu den Aktengebe und den Herrn Präsidenten bitte, die Entschlüsse,welche den Stimmungen und den Ueberzeugungen desReichstags entsprechen, in dieser Richtung herbeizuführen.
Es steht mir nicht zu, meine Herren, von dieseramtlichen Stelle ans den persönlichen Gefühlen Ausdruckzu geben, mit welchen mich das Hinscheiden meinesHerrn erfüllt, das Ausscheiden des ersten deutschenKaisers aus unserer Mitte. Es ist dafür auch kein Be-dürfnis, denn die Gefühle, die mich bewegen, sie lebenin dem Herzen eines jeden Deutschen; es hat deshalbkeinen Zweck, sie auszusprechen.
Aber das Eine glaube ich Ihnen doch nicht vor-enthalten zu dürfen — nicht von meinen Empfindungen,sondern von meinen Erlebnissen —: daß inmitten der