Wir Deutsche fürchten Gott, aber sonst nichts in der Welt. 181
scheu Nation ist, und daß derjenige, welcher die deutscheNation irgendwie angreift, sie einheitlich gewaffnet findenwird, und jeden Wehrmann mit dem festen Glauben imHerzen: Gott wird mit uns sein! (Lebhafter, andauernderBeifall.)
Nach dem Schluffe dieser fast zweistündigen Rede stieg derAbgeordnete Graf Moltke die Stufen zum Bundesratstische hinan,um dem Reichskanzler Glück wünschend die Hand zu schütteln. Ab-geordneter Freiherr von Fr anckenst ein vom Zentrum trug aufUeberweisung der Vorlage an die Budgetkommission an und erklärteschon jetzt, daß seine Partei bei der bevorstehenden zweiten Lesungdes Wehrgesetzes einen Antrag auf Enbloc-Annahme stellen werde.Der konservative Freiherr von Helldorf stimmte dieser Absichtzu und bat zugleich, die Budgetkommission möge das Anleihegesetzvor ihren übrigen Obliegenheiten in Angriff nehmen, vonBennigsen, Graf Behr-Behrenhoff und Rickert drücktenim Namen der Nationalliberalen, Freikonservativen und Deutsch-freisinnigen die gleiche Gesinnung aus. Ohne Abstimmung erfolgtesomit die Verweisung an die Kommission. Nach Eröffnung derDiskussion zur zweiten Beratung des Landwehr- und Landsturm-gesetzentwurfs brachte dann Freiherr von Fr an cken sie in sogleichden versprochenen Antrag ans Enbloc-Annahme ein, den vonBennigsen ebenso kurz unterstützte und empfahl. Darauf sagteFürst Bismarck:
Ich kann nur Zeugnis dafür ablegen, daß die ver-bündeten Negierungen für ein so entschlossenes undrasches Entgegenkommen dankbar fein werden und darinnicht nur einen Beweis des Vertrauens des Reichstagserkennen, sondern auch eine wesentliche Verstärkung,welche diese Vorlage für die Garantien des Friedenshaben wird. (Lebhafter Beifall.).
Abgeordneter Freiherr von Maltzahn-Gültz betonte dannnoch, daß schon die Wehrkommission selber ihre sämtlichen materiellentscheidenden Beschlüsse einstimmig gefaßt habe. Gegen die En-bloc-Annahme erhob niemand Einspruch. Die Sitzung ward