Druckschrift 
16 (1891) Die letzten Zeiten im Amt : 1887 - 1889
Entstehung
Seite
126
Einzelbild herunterladen
 

126

Die Landtagssession von 1887.

war von Anfang an, das neugestiftete Reich, unserewiedergewonnene Einheit gegen die subversiven, sehrgeschickten und sehr bösartigen Angriffe zu schützen, diedie politischen Freunde des Herrn Vorredners dem Reiche,seiner Sicherheit und seinem inneren Frieden gegenüberunternommen hatten. Das ist eine ehrenvolle und hoch-stehende Aufgabe, der ich mich auch ferner widmen werde.Daß ich dabei den üblen Willen und die Feindschaft desHerrn Vorredners auf mich ziehe, ist mir längst bekannt.Ich kann im übrigen alle Insinuationen, die er persön-lich gegen mich gemacht hat oder gemacht haben mag ich habe sie nicht alle gehört, auf sich beruhenlassen, in dem festen Vertrauen auf das Urteil, welchesmeine Landsleute und die öffentliche Meinung über michfällen werden. Die werden nicht auf seiten des welfischenAbgeordneten, sondern auf seiten des Verteidigers desReiches stehen. (Lebhaftes Bravo.)

Am Schlüsse der Sitzung ward der nationalliberale Antragauf Verweisung an eine Kommission abgelehnt, und die zweite Be-ratung im Plenum beschlossen.

6. Das Ordrnswrsen in Posen.

25. April l887.

Bei der zweiten Lesung der Kirchengesetznovelle in der40. Sitzung des Abgeordnetenhauses am 25. April 1887 rief alleinArtikel 5 über die Zulassung der Orden eine längere De-batte hervor. Unter anderem bedauerte der freikonservative Ab-geordnete v. Dziembowski namens der Deutschen in Posen, daßdamit die Wirkung der vor kurzem zur Verhütung der Polonisie-rung beschlossenen Maßregeln wesentlichen Eintrag erleiden werde.