Druckschrift 
15 (1891) Polenfrage, Kirchenfriede, Septennat
Entstehung
Seite
378
Einzelbild herunterladen
 

378 Die Reichstagssession von 188687.

Sparkasseneinlagen sind ja, wie ich schon vorgestern be-merkt habe, kein Beweis dafür, daß die ganze Nationreich ist; aber daß derjenige Teil der Nation, der in dieSparkassen einzulegen pflegt, in seiner Wohlhabenheitgestiegen ist und in den letzten acht Jahren in erheblichemFortschritt (Widerspruch links; Zustimmung rechts),sehr erheblich, das beweisen sie ganz unzweifelhaft meinerUeberzeugung nach. Wir haben ja Arm und Reich beiuns. Arm ist bei uns in Preußen vor allen Dingender Fiskus; die Hauptsteuerobjekte sind dem Reich über-geben worden, und in Benutzung derselben steht uns eineObstruktionspolitik gegenüber, die wir bisher nicht habenüberwinden können. Daß die landwirtschaftlichen In-teressen, also die Interessen der großen Mehrheit vondrei Fünftel bis zwei Drittel der Bevölkerung nichtin einem blühenden Zustand sind, das werden Sie ausmeiner Statistik ersehen. Wenn ich die Durchschnitts-ziffer der Spareinlagen ziehe ich habe hier die Ein-lagen nach den verschiedenen Provinzen geschieden,so werden Sie finden, daß am tiefsten unter dem mitt-leren Durchschnitt die rein ackerbautreibenden Provinzenstehen, und am höchsten die industrie- und handeltreiben-den Provinzen.

Es kommt auf die Gesamtheit im Durchschnitt aufjeden Kopf auch das Kind der Wiege 80 MarkSparkasseneinlage in der ganzen preußischen Monarchie.Ich werde Ihnen nun diejenigen Angaben machen, dieerheblich drunter sind. Da ist erstlich einmal Ostpreußenmit 15 Mark im Durchschnitt, Westpreußen mit 22 Mark;Brandenburg mit 54 Mark erreicht den Durchschnitt derGesamtheit auch nicht; Posen zählt 15 Mark gleich Ost-preußen, als eine industriearme und wenig Handelsver-