374 Die Neichstagssession von 1886—87.
Wenn nun der Herr Abgeordnete llr. Windthorstoder der Herr, der heute in diesem Sinn über dieseFrage gesprochen hat, mir nicht Nachweisen kann, daß indem preußisch-italienischen Bündnis eine ähnliche Klauseloder unabweisliche Bedingung zum Nachteil Deutschlandsgesteckt hat, dann wird er zugeben müssen, daß sein Ver-gleich nicht zutrifft, und daß die entrüstete und schmerz-liche Bewegung, die sich bei ihm in Erinnerung an dieVergangenheit gestern erkennbar machte, ihn veranlaßthat, die Sache in einem unrichtigen Lichte zu sehen unddarzustellen.
Meine Herren, ich weiß nicht, ob die weitere Dis-kussion mir noch heute zu weiteren Aenßerungen Veran-lassung geben wird; ich will es einstweilen abwarten.(Bravo rechts.)
Unermüdlich trat auch an diesem Tage Windthorst in dieSchranken. Er bemängelte den Beweis, den der Reichskanzler am11. Januar aus dem Steigen der Sparkasseneinlagen für ein An-wachsen des Volkswohlstandes geführt; denn man wisse nicht, vonwem diese Einlagen kämen. Er leugnete mit Bezug auf die bul-garische Sache den Einfluß der Parteien auf die Presse; FürstBismarck nehme das auf Grund seiner eigenen Praxis an. Er kamauf die Gemeinschaft deutscher und österreichischer Interessen zurück;man wisse freilich nicht, was eigentlich in dem Bundesvertrage beiderMächte stehe. Er argwöhnte, man suche nach Material, um zubeweisen, daß es mit einem so zusammengesetzten Reichstage nichtgehe. Er wiederholte, alle Argumente gegen das Triennat könntenebenso gegen das Septennat vorgebracht werden. Er suchte aber-mals die hannöverischs Politik von und seit 1866 weißzuwaschenund berief sich auf das Geschichtswerk des Hofrats Klopp. Ererörterte ausführlich, was gesetzlich Rechtens wäre, wenn die Vor-lage nicht zustande käme, zitierte einige Paragraphen der Reichs-verfassung und betonte, daß in solchem Fall eben das jetzige Septennatbis >888 einfach fortdauere. Auch er witterte endlich, gleich dein