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15 (1891) Polenfrage, Kirchenfriede, Septennat
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368 Die Neichstagssession von 1886—87.

Kräfte belästigt wird; es hat nur Gefahren für seineKolonien, für Indien zu befürchten. Aber für uns istdas was anderes; den Frieden zwischen zwei benach-barten Nationen zu stören, in deren Masse schon so mancheVerstimmung künstlich gemacht und geschürt wird durchdie verschiedensten sich kreuzenden Interessen, — dasist eine große Ruchlosigkeit, zu der man gar keinenGrund hat.

Als zuerst im Jahre 1867 die Gefahr eines fran-zösischen Krieges hervortrat wegen der Luxemburger Frage,habe ich unter den Gründen, die dagegen sprachen, daßwir sie Frankreich gegenüber kriegerisch aufnehmen sollten,namentlich auch geltend gemacht: ein neuer Krieg zwi-schen Deutschland und Frankreich ist ja mit einem Feldzugnicht abgemacht; derjenige, der im ersten Feldzuge, der imersten Kriege geschlagen wird, wird nur darauf warten, umseine Kräfte zu sammeln, um den zweiten Krieg anzufangenund seine Revanche zu nehmen. Wären wir geschlagenworden, so hätte ich vorausgesetzt, daß wir dasselbe thäten,was jetzt Frankreich thut. Ich habe damals im Rate desKönigs gesagt: es handelt sich hier nicht um einen ein-maligen Krieg, sondern um eine ganze Reihe von Kriegen,die vielleicht ein halbes Jahrhundert hindurch dauern.Ob und inwieweit ich recht gehabt habe, darüber disku-tieren wir, und das überlasse ich Ihrem Urteil. Aberein ähnliches Verhältnis der Spannung und des dauerndenHasses und eine neue Revaucherichtung durch einen Kriegmit Rußland einzurichten neben der französischen, dazugehört ganz notwendig, daß wir von Rußland in ruch-loser Weise angegriffen werden und uns schlagen müßten;dann würden wir uns verteidigen bis auf den letztenBlutstropfen, und wenn wir einer großen Koalition