322 Die Reichstagssession von 1886—87.,
hole, der Herr Abgeordnete wird doch nicht in die Nolleeines milos Zloriosus verfallen wollen und mit demsicheren Siege über Frankreich hier in diesen Räumenprahlen. Wenn so gewiegte Strategen, wie in den Re-gierungskreisen vorhanden sind, dem widersprechen undsagen: es ist nicht unzweifelhaft, — dann würde ichdoch an Stelle des Abgeordneten, falls er wirklich glaubt,daß der Graf Moltke diese militärischen Sachen besserversteht, auf dies Thema nicht mehr zurückkommen.
Also daß das Verhältnis zu Frankreich militärischnicht mehr dasselbe ist, das überlasse ich unseren mili-tärischen Autoritäten zu beweisen. Den Angriff Frank-reichs, muß ich sagen, ermutigen diese Verhandlungenschon. Welche materielle Macht hinter den AbgeordnetenWindthorst und Richter steht, inwieweit das unsere Ak-tionen lähmt, darüber hat ein Franzose, namentlich inder Provinz, ein sehr unvollständiges Urteil, und dieMöglichkeit, daß der Krieg entsteht, weil man uns unter-schätzt, ist durch die Verschleppung der Verhandlungen,die in anderen Parlamenten in 8 Tagen, in 3 Tagen,in 2 Stunden erledigt würden (oho! links), schon erheblichgesteigert. Wenn wir jetzt die französischen Angriffs-neigungen ermutigt haben, dann weise ich den Herren,die uns so lange aufgehalten haben, schon einen erheb-lichen Anteil an der Verantwortung für die Kalamitäteines ausbrechenden Krieges zu. (Bravo! rechts. Unruhelinks und im Zentrum.)
Der Herr Abgeordnete hat ferner — er hat diefinanzielle Frage nur leicht gestreift — Bezug genommenauf die schwere Lage, in der wir uns doch besondershüten sollten. Zu deren Beleuchtung habe ich ein kleinesMaterial hier mit; das ist eine Statistik über die Situation