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15 (1891) Polenfrage, Kirchenfriede, Septennat
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nicht bestreiten, daß ebenso gut, wie wir allein Frank-reich geschlagen haben im Jahre 1870, Frankreich sieg-reich sein kann, nachdem es seine Armee verdoppelt, seineReserven verdreifacht hat und mit der größten Bereit-willigkeit und Hingebung der Regierung jede Kosten be-willigt hat, ohne auch nur je eine Sekunde darüber zudiskutieren. Ich erinnere Sie daran, daß mit gewissemMitleid die französischen Blätter auf die Vorgänge imdeutschen Reichstag, und mit was für Schwierigkeiteildie deutsche Regierung zu kämpfen hätte, wenn sie ihrVaterland stärken wollte, hingedeutet haben. Frankreichist also unendlich viel stärker, als es gewesen ist. Wennwir es einmal geschlagen haben, so liegt darin gar keineBürgschaft, daß wir es wieder schlagen werden; wirmüssen diese Bürgschaften, sobald sie nach dem Urteilunserer kompetenten Militärbehörden unzulänglich sind,verstärken. Wenn sie unzulänglich blieben, und wennwir geschlagen würden, wenn der siegreiche Feind inBerlin stände, wie wir in Paris gestanden haben, wennwir genötigt wären, seine Bedingungen des Friedensanzunehmen, — ja, meine Herren, was würden danndiese Bedingungen sein?

Ich spreche gar nicht von der Geldfrage, obschondie Franzosen so glimpflich mit uns nicht verfahrenwürden, wie wir mit ihnen verfahren sind; ein so ge-mäßigter Sieger wie der christliche Deutsche ist in derWelt nicht mehr vorhanden. Wir würden dieselbenFranzosen uns gegenüber finden, unter deren Herrschaftwir 1807 bis 1813 gelitten haben, und die uns aus-gepreßt haben bis aufs Blut, — wie die Franzosensagen: saiZuer ä blaue, d. h. so lange zur Ader lassen,bis die Blutleere eintritt, damit der niedergeworfene