Die Vorlage nicht auf Rußland berechnet. 281
Wir werden Händel mit Rußland nicht haben, wennwir nicht bis nach Bulgarien gehen, um sie dort auf-zusuchen. (Heiterkeit.)
Es ist merkwürdig, daß die Presse derselben Partei,die jetzt der Verstärkung unserer Armee widerspricht, vorwenigen Monaten alles mögliche gethan hat, um unsin einen Krieg mit Rußland zu verwickeln. (Sehr rich-tig! rechts.) Diese Uebereinstimmung ist in der Thateine auffällige. Ich habe vorher gesagt, daß ich auf dieFrage, über die dort gemurrt worden ist, vielleicht zu-rückkommen würde; ich will es nur mit dieser Andeu-tung: es ist das auffällig.
Damals bin ich ganz erstaunt gewesen, zu lesen,mit welchen leidenschaftlichen Argumenten seitens deroppositionellen Presse auf einen Bruch mit Rußland hin-gearbeitet wurde; — ich habe ein ganzes Konvolut vonZeitungsausschnitten aus der Zeit aus dem „BerlinerTageblatt", aus der „Freisinnigen Zeitung", aus der„Volkszeitung", aus der „Germania" vor allen; einesüberbietet immer das andere an Beschimpfungen derRegierung, weil sie nicht für Bulgarien und seinen da-maligen Fürsten Rußland gegenüber den Handschuh auf-nehmen wollte. Das erste aus dem Berliner Tageblattfängt gleich damit an:
Wenn die Grundlagen des europäischen Friedeilsderartig erschüttert sind, daß derselbe nur durchein Mittel erhalten werden kann, welches dieMoral in den Völkern untergräbt, dann ist docheine Frage berechtigt, ob nicht ein gesunder Kriegeinem so krankhaften Frieden vorzuziehen sei.(Heiterkeit rechts.)
So waren die Herren damals gestimmt. — Die „Ger-