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15 (1891) Polenfrage, Kirchenfriede, Septennat
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280 Die Reichstagssession von 188687.

ich nicht. Ich glaube auch nicht, daß man von russischerSeite nach Bündnissen sucht, um in Verbindung mitanderen uns anzugreifen, oder daß man von Schwierig-keiten, die wir auf anderer Seite haben könnten, denGebrauch machen würde, uns mit Leichtigkeit anzugreifen.Der Kaiser Alexander III. von Rußland hat jederzeitden Mut seiner Meinung gehabt, und wenn er mitDeutschland in unfreundliche Beziehung zu treten be-absichtigte, so ist er der Erste, der dies sagen und zu er-kennen geben würde. Das Vertrauen kann jeder zu ihmhaben, der die Ehre gehabt hat, ihm irgendwie näherzu treten. Alle Argumente also, die für unsere Vorlagedaraus entnommen sind, daß wir einer Koalition vonFrankreich und Rußland gegenüberzutreten haben würden,die assumiere ich meinerseits nicht, und unsere Stärke istdarauf ja auch nicht zu berechnen. Wir könnten sieebenso gut auf eine Koalition zu dreien, wie sie imsiebenjährigen Kriege gegen uns stattgefunden hat, berechnenwollen, denn die Möglichkeit ist ja nicht auszuschließen,daß wir, wie Friedrich der Große im siebenjährigen Kriegedie Errungenschaften der beiden ersten schlesischen Kriegezu verteidigen hatte, auch unsere Errungenschaften ineinem noch größeren Kriege als in den vorhergehendenzu verteidigen haben würden; womit ich übrigensnicht auf das Septennat anspielen will. (Heiterkeit.)Ich meine nur, die Analogie zwischen den beiden erstenschlesischen Kriegen und dem großen Kampfe, in demKönig Friedrich II. seine Errungenschaften gegen großeKoalitionen zu verteidigen hatte, ist historisch nicht ganzzu verwerfen; für den Augenblick aber liegt sie nichtvor, es müßten große Veränderungen in den Kon-stellationen eintreten, ehe dergleichen zu befürchten wäre.