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15 (1891) Polenfrage, Kirchenfriede, Septennat
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Die Reichstagssession von 188687.

eingestehen, könnte in der Richtung gesucht werden, daßeine Verstärkung des deutschen Heeres etwa gewollt werdeaus denselben Gründen, aus denen mancher eroberungs-oder kriegslustige Monarch eine starke Armee erstrebt hat,nämlich in der Absicht, demnächst einen Krieg zu führen,sei es um bestimmte Zwecke durchzusetzen, sei es umirgend etwas zu erobern, sei es des Prestiges und desBedürfnisses wegen, sich in die Angelegenheiten andererMächte vorwiegend einzumischen, also z. B. die orienta-lische Frage von hier aus zu regulieren. Ich glaubeaber, auch dies wird als vollständig unbegründet ge-sunden werden von jedem, der darüber nachdeukt, wiefriedliebend die Politik Seiner Majestät des Kaisers bis-her seit 16 Jahren gewesen ist. Es ist ja wahr, derKaiser hat sich genötigt gesehen, zwei große Kriege zuführen, aber diese beiden Kriege waren ein uns über-kommenes zwingendes historisches Ergebnis früherer Jahr-hunderte. Sie werden die Thatsache nicht bestreiten, daßder gordische Knoten, unter dessen Verschluß die natio-nalen Rechte der Deutschen lagen, das Recht, als großeNation zu leben und zu atmen, nur durch das Schwertgelöst werden konnte (Zustimmung) leider, und daßauch der französische Krieg nur eine Vervollständigungder kriegerischen Kämpfe bildete, durch welche die Her-stellung der deutschen Einheit, das nationale Leben derDeutschen geschaffen und sichergestellt werden mußte. Alsoman kann daraus nicht auf kriegerische Gelüste schließen.Wir haben keine kriegerischen Bedürfnisse, wir gehörenzu den was der alte Fürst Metternich nannte: satu-rierten Staaten, wir haben keine Bedürfnisse, die wirdurch das Schwert erkämpfen könnten; und außerdemwenn das der Fall wäre, so blicken Sie doch auf die