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15 (1891) Polenfrage, Kirchenfriede, Septennat
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Militärisches Urteil; Verdächtigungen. 275

irgend jemand sich getroffen fühlt von der andermeitenVermutung, lasse ich hier unentschieden, das ist mir auchgleichgiltig. Ich fürchte aber, Sie setzen bei den Regie-rungen andere Motive für deren Antrag voraus alswie das ausschließliche Bedürfnis unserer defensivenWehrkraft. Es sind ja in der Presse Aeußerungen ge-fallen, als ob diese ganze Militärvorlage keinen Zweckweiter hätte, als unter falschen Vorwänden Steuern,Geld, zu erheben. Das war der Fall in denselben ent-legenen Teilen der Preßpolitik, wo die abenteuerlichsten,die kindischsten Gerüchte, wenn sie über Nacht ausgeschrieenwerden, sofort Glauben finden. Es ist das ein so ab-surder Gedanke, daß wir mit einer Forderung von 20bis 30 Millionen eine. Grundlage für neue exorbitanteStenervorschläge gewinnen wollten, daß ich mich weitergar nicht damit anfhalte. Was den moralischen Werteiner solchen Insinuation betrifft und ihre Bedeutung,so will ich doch nur darauf aufmerksam machen, daß sieungefähr in gleicher Linie stehen würde mit der anderen,wenn wir sagen würden, der Widerstand gegen unsereVorlage sei eingegeben von dem Wunsche, daß Deutsch-land im nächsten Kriege nicht glücklich sein möge.(Murren.) Das steht ungefähr ans derselben mora-lischen Höhe wie ihre Verdächtigungen (Murren) nichtIhre, sondern die Preßverdächtignngen gegen die Inten-tionen der Regierung. Jene andere Verdächtigung hatdoch noch mehr Haltbarkeit, da sich nicht leugnen läßt,daß es viele Einwohner Deutschlands gibt, die dasDeutsche Reich und seine Fortexisteuz negieren. Ichkomme vielleicht auf diese Frage nachher noch weiter zurück.

Ein glaublicheres Motiv, daß die Negierungen undnamentlich die Vertreter des Kaisers ihre Pläne nicht