264 Die Landtagssession von 1886.
höfliche Diplomatie habe ich getrieben. Ich habe dabeidiejenigen Argumente verwandt, welche geeignet sind,meine Wünsche zu unterstützen; es sind Noten geschriebenworden, und schrecklich, die Noten haben Gründe gehabt,die darauf berechnet waren, das Ziel zu erreichen, dasdie Regierung sich gesteckt hatte. Darüber hat der HerrAbgeordnete beinahe eine halbe Stunde zu meiner Heiter-keit und zur Heiterkeit jedes Diplomaten, der das lesenwird, gesprochen, und damit dokumentiert, daß das-jenige, was im politischen Leben tägliches Brot ist, ihmals etwas ganz unglaublich Schreckliches erscheint, waser offen darlegen müsse, um die Schlechtigkeit der vonihm bekämpften Regierung an den Pranger zu stellen.Ich bin dem Herrn Abgeordneten recht dankbar, daß erso seine oauckiäo Unbekanntschaft mit der Art, wie poli-tische Geschäfte überhaupt sich entwickeln, einmal öffent-lich an den Tag gelegt hat. Es kann ihm unmöglichin seinem Ansehen im Lande förderlich sein, wenn mansieht, wie kindlich er die Verhältnisse ausfaßt. (Bravo!und Heiterkeit rechts.)
Der Herr Abgeordnete hat angenommen, ich hättebehauptet, er hätte mich seiner Zeit verführt. Nun,meine Herren, die Verführung ist mir immer in eineranderen äußeren Erscheinung vorgekommen. (GroßeHeiterkeit.)
Es ist nicht nötig, ein heiliger Antonius zu sein,um da zu widerstehen. Aber abgeschreckt hat er michdiesmal auch nicht, aus Gründen, auf die ich kommenwerde: ich weiß ja, er muß so stimmen, wie er stimmt,und thut auch ganz recht.
Ich will mich nun noch bei dem aufhalten, wofürich ihm dankbar bin; das ist, daß er in seiner Kritik der