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Die Laudtagssession von 1886.
wir ohne zu große Polemik und auch ohne Verweisungan die Kommission - - denn das ist inimer eine Alimen-tation der Polemik — die Vorlage so wie sie uns vomHerrenhause einmal gekommen ist, gut oder schlecht, alseinen Versuch, von dem wir mit Gott eine Entwickelungunseres inneren Friedens, der uns bisher fehlte, erwarten,— als einen solchen Versuch acceptieren, und in gegen-seitigem Vertrauen diesen Boden getrost betreten. (Leb-hafter Beifall rechts und im Zentruni.)
Das Bild vom Fechtboden, das er von sich ablehnte, sollteFürst Bismarck der Ueberlieferung nach am 4. Mai 1880 in einerparlamentarischen Soiree gebraucht haben. Im Laufe der Debatteerhob noch ein dritter Nationalliberaler, Abgeordneter Seyffardt,die Stimme der Warnung. Seine Partei halte die Wahrung ihresseit einem Jahrzehnt festgehaltenen Standpunktes nicht für einenLuxus, sondern für Pflicht und Schuldigkeit. Die ganze Fragespitze sich dahin zu: haben wir Vertrauen oder nicht? Redner er-innerte an das Wort in Goethes Tasso: „denn welcher Kluge fand'im Vatikan nicht seinen Meister?" Trotz der denkbar größten Ver-ehrung sei es ihm unendlich schwer zu verstehen, wie Bismarck sichder Illusion hingeben könne, auf solchem Wege die politische Zu-sammengehörigkeit der Interessen«erbrüderung des Zentrums zulockern. Fürst Bismarck versetzte hierauf:
Ich will zunächst bemerken, daß ich mit meinerAeußerung über den Luxus einer unabhängigen Meinungdurchaus keine Kritik und keinen Tadel verbunden habe,sondern eher den Ausdruck einer Art von Neid über dieFreiheit der Bewegung, die den Herren eigentümlich ist,und auf die ich verzichten muß. Sodann muß ich aberauch einige Ansichten des Herrn Vorredners richtig stellen.
Er fragt mich, ob ich denn wirklich Vertrauen habezu den Mächten, mit denen wir kontrahieren. Wir habenkeinen Vertrag gemacht, wie ich schon vorhin bemerkte,