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Die Lmrdtagssessioii von 1886.
an sich blutwenig Helsen, sie liefern nur das Gefäß, inwelches die Stimmung und das Maß von Vertrauen,das herrscht, der gute Wille derjenigen, an denen dieAusführung liegt, nachher die Füllung liefern; und dieseGefäße, die wir mit kirchenpolitischen Gesetzen und derenAenderung schaffen, ja die können gefüllt werden mitder Milch der frommen Denkungsart, wenn auf beidenSeiten Wohlwollen, Wunsch nach Frieden und Vertrauenvorhanden ist; sie können aber auch mit gährend Drachen-gift sich füllen, sie mögen beschaffen sein, wie sie wollen,wenn böser Wille vorhanden ist. (Sehr wahr!) DerFriede, den wir erstreben, läßt sich in bestimmte Para-graphen nicht fassen. Die toten Paragraphen alleinhelfen uns wenig, es gehört dazu, daß von beiden Seitenin der Ausführung der Bestimmungen ein guter Willevorhanden ist. Es muß nicht nur bei dem einen Papstund bei dem halben Dutzend Bischöfen, nein, es mußbei Hunderten, ja bei Tausenden von einzelnen Persön-lichkeiten, die mitzuwirken haben bei der Erfüllung undErhaltung und täglichen Beobachtung dieses Friedens,der gute Wille vorhanden sein, es muß das Vertrauenvorhanden sein und der Wunsch, sich gegenseitig anzu-nähern, der Wunsch, eine Wiederholung, einen Rückfallin den Kampf nach Möglichkeit zu meiden. Wenn dieserWunsch nicht vorhanden ist, helfen uns alle unsere Be-schlüsse, alle Beseitigungen von Maigesetzen nicht. Eswird Platz genug bleiben, um dem Zorn der Partei-kämpfe die nötigen Schlachtfelder zu liefern. Es kanndeshalb auch nicht die Tendenz der neuen Vorlage sein,nun mit Sicherheit in ähnlicher Weise, wie der Frank-furter Friede oder der Hubertsburger Friede, einen festenklaren Friedensschluß zu schaffen, der sich a priori als