Diese Partei spricht von politischer Ehre! 246
worden ist, Anlaß gegeben hat. Ich gebe zu, daß mandieselbe so verstehen kann, wie der Herr Vorredner sieverstanden hat, nämlich in Bezug auf die Note desKardinal-Staatssekretärs vom 26 . vorigen Monats. DieWendung, welche die ministerielle Erklärung braucht, kannso ausgelegt werden, als ob die Korrespondenz in ihrerTotalität, speziell auch diese Note ein nicht amtlichesAktenstück wäre. Die Note des Kardinal-Staatssekretärsvom 26 . Mürz ist aber ein unzweifelhaft amtliches Akten-stück. Die Anregung, durch welche sie hervorgerufsnworden ist, war eine nicht amtliche Anfrage, die derkönigliche Gesandte in Rom aus eigenem Antriebe anden Kardinal gerichtet hat; der Kardinal hat darauf indieser nach Form und Inhalt zweifellos amtlichen Notegeantwortet. Ich wollte dies nur richtig stellen, damitbei den weiteren Verhandlungen in diesem und, wie ichdenke, im anderen Hause kein Mißverständnis bestehe.
Dann hat der Herr Vorredner eine Frage an denHerrn Kultusminister gerichtet und um deren Beant-wortung gebeten, eine Frage, die das Staatsministeriumnach der Zurückhaltung, die es sich in diesem Stadiumder Verhandlung zur Pflicht gemacht hat, nicht zu be-antworten gesonnen ist. Aber auch, wenn diese Zurück-haltung nicht wäre, so ist das Staatsministerium dochnicht berufen, den Gesinnungen, Auffassungen und In-tentionen der Kurie seinerseits eine bestimmte Auslegungunterzulegen. Das Staatsministerium wird, wenn Diffe-renzen über eine solche Auslegung entstehen sollten, nachseinen eigenen Auffassungen sie zu behandeln und zuverfahren haben. Ich glaube nicht, daß die Absichtenund Intentionen, die der Herr Vorredner bei dem Papstebefürchtet, zutreffend sind, ich bin mehr geneigt, in der