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15 (1891) Polenfrage, Kirchenfriede, Septennat
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Deutsche Sympathien für Polen.

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auch nicht auf eine einzige Dependenz verzichten dieWoiwodschaft Pommern gehört gerade so gut dazu wiePomerellen, und Pomerellen gerade so gut wie Warschauselbst. Ich habe schon erwähnt, wie groß das Entgegen-kommen der Bewohner der heutigen deutschen Residenzdamals im Jahre 1848 gegen die Polen war. Ich er-innere mich, daß ich an der Ecke der Charlottenstraßeund Linden im Publikum den Zug der Beerdigung dergefallenen Märzkämpfer angesehen habe, und daß dabeiin einigem Widerspruch zu einer Trauerfeierlichkeit aufeinem reich geschmückten Wagen in einem malerischenpolnischen Kostüm Mieroslawski stand, der der eigent-liche Held des Tages war. Sein Aufzug und ersah sehr gut aus, kann ich Ihnen versichern (Heiter-keit) machte auf die Berliner fast mehr Eindruck, be-schäftigte die Gemüter fast inehr als der des Königs,durch den die Absicht kundgegeben wurde, daß Preußenin Deutschland aufgehen sollte. Also die deutsche Natio-nalität ging damals spurlos vorüber, obschon sie durchden höchsten Träger der preußischen Nationalität reprä-sentiert war.

Am allerstärksten bethätigten sich die Sympathienfür Polen noch einige Zeit später, wie ich bereits andieser Stelle als preußischer Minister stand. Es wirdim nächsten Monat genau 23 Jahre, daß ich von dieserselben Stelle her eine Polendebatte zu führen hatte voneiner Lebhaftigkeit, die, wie ich hoffe, die heutige nichterreichen wird. Ich war damals hierhergekommen undhatte das Ministerium überuommen, in der Hauptsache,um Seiner Majestät dem König meine Dienste im Kampfefür die Monarchie gegen die damals erstrebte Herrschaftder Fortschrittspartei zu leisten. Wenn ich außerdem