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15 (1891) Polenfrage, Kirchenfriede, Septennat
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Die Landtagssession von 1886.

er für seine polnisch sprechenden Unterthanen hatte, dasVertrauen, welches er zu ihnen hatte, auf der anderenSeite durch analoge Gefühle vollständig erwidert würde,und der in diesem Glauben bestärkt wurde durch eineRundreise, die er bald nach seiner Thronbesteigung inder Provinz bei den hervorragendsten Edelleuten der pol-nischen Nation machte; er glaubte ein altes Sprich-wort sagt:Zutrauen bewirkt Edelmut", man habedie Polen nur unschuldig gekränkt, sie würden treueUnterthanen ihres wohlwollenden Königs sein, wennman ihnen mit Vertrauen entgegenkäme, und die Wohl-thateu der preußischen Regierung im Vergleich mit denZuständen, in denen sich die Bevölkerung früher befand ja, ich kann, ohne unsere Nachbaren zu verletzen,wohl sagen, in denen sich auch die jenseits der Grenzelebenden Polen befanden würden allmählich die Herzengewinnen. Der hochselige König wurde aus diesen ver-trauensvollen Empfindungen in einer gewissen unange-nehmen Weise gestört durch die insurrektionellen Be-wegungen, die vom Jahre 1846 bis 1848 in den ver-schiedensten Phasen stattfanden. Er mußte erleben, daßini Jahre 1848 auf den Barrikaden von Berlin einBündnis zwischen der preußischen und ausländischenDemokratie und den Polen geschlossen wurde, was zurFolge hatte, daß kurze Zeit darauf mehrere tausendpreußische Unterthanen, teils polnisch-, teils deutsch-redende, im Großherzogtum Posen in gegenseitigenKämpfen erschossen oder verwundet wurden. Indessendas Ergebnis der damaligen Ereignisse war doch immerein gesetzlicher Zustand, der den polnischen Bestrebungendieselbe Freiheit der Bewegung verfassungsmäßig undgesetzmäßig verschaffte, welche den deutschen Unterthanen