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15 (1891) Polenfrage, Kirchenfriede, Septennat
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Die Landtagssession von 1886.

maßen die Sprache diktiert, die der Fürst v. Hardenbergdamals dem Könige, seinem Herrn, den neu erworbenenpolnischen Unterthanen gegenüber angeraten hat. Eswar das eine Politik, die wir heutzutage gewiß miß-billigen können; sie war ungeschickt. Sie hatte indessendamals zu keinem vertragsmäßigen Abkommen irgendeiner Art geführt. Die Proklamationen, mit denenKönig Friedrich Wilhelm III. Besitz von den ihm wiederzugefallenen Teilen Südpreußens ergriffen hat, enthaltendie Kundgebung der Absichten des Königs, die Kund-gebung der Grundsätze, nach welchen er zu regieren ge-dachte. Eine Verpflichtung, diese Grundsätze niemals zuändern, wie auch immer seine polnischen Unterthanensich benehmen könnten, ist der König in keiner Weise ein-gegangen (oho! bei den Polen!, und die Versprechungen,die ehrlich vom Könige gegeben, von seinen Dienernvielleicht nicht ganz in derselben Stimmung gemeintmorden, sind seitdem durch das Verhalten der Bewohnerdieser Provinz vollständig hinfällig und null und nichtiggeworden. (Lebhafter Widerspruch bei den Polen. Sehrwahr! rechts.) Ich gebe meinesteils keinen Pfifferlingauf irgend eine Berufung ans die damaligen Prokla-mationen. (Große Unruhe bei den Polen und imZentrum.)

Der Glaube, sich mit deu Polen einleben zu können,und die Abneigung, die Schwierigkeiten davon zu unter-suchen, gewannen auch einen Anhalt in der Thatsache,daß man in Schlesien mit einer Million polnisch redenderUnterthanen ohne jede Schwierigkeit lebte, sowie in derErinnerung an die Zeit vor 1806, in der die Leiden-schaften international nicht in dem Maße aufgeregt waren,in der ein sozial erträgliches Verhältnis zwischen Deutschen