134 Die Neichstagssession von 1886—86.
wie die russischen Nihilisten vor dem Richter sagen: mirhaben gesunden, die Grenze war da, wo man zumMeuchelmord und zum Dolch zu greifen die Berechtigunghat. Der Mord gehört zu den allgemeinen Menschen-rechten. (Heiterkeit rechts.)
Ja, meine Herren, der Abgeordnete Bebel hat diesesgesagt, und nachdem er so lange jetzt diese Richtung ver-treten hat und der hervorragendste Führer seiner Parteigewesen ist, ist es nicht wahrscheinlich, daß dies ein augen-blicklicher Einfall von ihm gewesen ist; ich glaube, er hatseinen innersten Herzensgedanken mit einer Offenheit be-kannt, die ja in seinem Charakter im allgemeinen liegenmag; aber wir müssen auch daraus schließen, welchesdie letzten Ziele dieser Herren sind. Wollen wir nundiese eventuellen Mordgelüste, die sich nur so lange, wiesie die Einrichtungen für vernünftig halten, den Fürsten-mord versagt haben, auf 5 Jahre, oder auf 3 Jahre,oder auf 2 Jahre binden? So liegt die Frage, nachdemder Herr Abgeordnete Bebel den Meuchelmord zum Pro-gramm der Partei unter gewissen Umständen ausdrücklicherklärt hat, was er früher immer geleugnet hat. (Wider-spruch bei den Sozialdemokraten. Sehr richtig! rechts.)— Ich berufe mich auf den Wortlaut, und ich glaube,daß wir in der Unmöglichkeit sein werden, nach einemAblauf von 2 Jahren den eventuellen Meuchelmord inunsere politischen Theorien aufzunehmen. Es liegt indieser Aeußerung des Herrn Abgeordneten Bebel eineAufforderung für die gesetzgebenden Versammlungen, sichdie Frage vorzulegen, ob nicht solchen Theorien gegen-über das Ausnahmegesetz in ein definitives verwandeltwerden sollte. (Sehr richtig! rechts.)
Aber, meine Herren, natürlich kann die Regierung,