Richter als König Saul.
127
Span mit der Negierung hat, der findet ein ganz be-reites Piedestal, auf das er treten kann, das ihm einenbedeutenden Vorsprung gibt. Der Herr AbgeordneteRichter braucht nur auf dieses Piedestal zu treten, under überragt den ganzen Bundesrat wie König Saul umeine Kopfeslänge. Da ist ja in diesem Saale gar nichtdagegen aufzukommen, wenn man den Vorsprung allergeborenen Gegner der Negierung in Betracht zieht, alsoauch aller geborenen Gegner des Reichs, die das Reichüberhaupt gar nicht wollen oder so, wie es ist, nichtwollen, die das Deutsche Reich perhorreszieren, und wennman beachtet, was ich gerade als bedauerliches Kennzeichender jetzigen Majorität des Reichstags angegeben habe,daß alle diese Intransigenten bei dieser Majorität ihreRechnung finden und unter ihrem Dache sich weiter ent-wickeln und sich wohl fühlen.
Diese Vorwürfe der Wiederholung, die der HerrAbgeordnete mir macht, sind doch weiter nichts anderes,als daß er mir vorhält, ich hätte mich schon oft bemüht,dem Reich zu besseren Finanzen zu helfen und die preu-ßische Finanznot zu mildern. Er sagt, bei dem Tabakhätte ich ganz dasselbe gesagt. Ja, wir waren in ganzderselben Lage; wir haben auch dieselbe Antwort bekomme».Wir stoßen immer auf dieselbe intransigente ablehnendeNegation, die unter allen Umständen anderer Meinungals die Regierung ist.
Da kann man mir doch nicht vorwerfen, daß ichimmer wieder mit — ich möchte sagen — derselben Bet-telei im Namen des Königs von Preußen komme. DerHerr ist sonst nicht gewohnt zu betteln. Es gibt andereSituationen, in denen niir von fortschrittlicher Seite vor-geworfen wird, daß ich den König von Preußen nach