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15 (1891) Polenfrage, Kirchenfriede, Septennat
Entstehung
Seite
125
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Kein Anspruch uns Redekunst. >25

schlage für Gemeindebedürfnisse sollten nur in dem Ver-hältnis zu dem Vermögen geleistet werden. Deshalbhalte ich die Mietssteuer für eine Ungerechtigkeit, deshalbhalte ich die Zuschläge zur Häusersteuer und Zuschlägezur Grundsteuer für eine Ungerechtigkeit; beide, wie ichschon vor 30 Jahren geäußert habe, — ich glaube, HerrRichter wird mir diese Wiederholung vielleicht auch wie-der vorwerfen, — stehen zu dem Vermögen, der Steuer-fähigkeit des davon Betroffenen ebenso wenig im Ver-hältnis wie etwa seine Körperlünge oder seine Haarfarbe;sie haben gar nichts damit zu thun, was der Mann leistenkann. Deshalb hätte ich gewünscht, daß die Ungerechtig-keiten in den Zuschlägen zur Grund- und Häusersteuerund die in der Mietssteuer aus der Welt geschafft würden.Aber Herr Richter hält das für unmöglich, weil der vonihn: verteidigte Diener der konservativen Wahl, der Schank-wirt, dadurch beeinträchtigt würde in seiner Existenz; ervertritt seinerseits die Schankwirte — natürlich zum Vor-teil der Konservativen.

Der Herr Abgeordnete hat mir wiederholentlich vor-geworfen, ich sagte immer dasselbe. Ja, er hat vielesvon dem, was ich sagte, seinerseits nochmals gesagt. Ichhabe ihm einmal in einer früheren Zeit vorgeworfen —was doch auch einen Beweis liefert, daß er nicht immeralle Tage etwas Neues sagt —: seine Motive und Gründekämen mir vor wie der Trinmphzug in der „Jungfrauvon Orleans", wo immer dieselben Leute, die vorherkamen, noch einmal kommen. Dieser Vergleich hat ihnoffenbar gewurmt, und heute brockt er mir das ein, daßich auch nicht alle Tage was Neues sage. Meine Herren,ich mache nicht den Anspruch, ein Redner und ein Rede-künstler zu sein, ich bin Minister, Diplomat und Staats-