Druckschrift 
15 (1891) Polenfrage, Kirchenfriede, Septennat
Entstehung
Seite
124
Einzelbild herunterladen
 

124 Die Reichstagssession von 1885—86.

eine schwere geschildert. Das ist mir nicht erinnerlich;ich weiß nicht, wie er darauf gekommen ist. Ich habegesagt, das Monopol sei besser, einmal weil es größereErträge liefere, zweitens weil es den Beteiligten für dieUnannehmlichkeiten, die sie dadurch erleiden, eine größereEntschädigung gebe, und drittens weil es geeignet sei,die ärmeren und periklitierenden Brennereien gegen dieüberlegene Konkurrenz der größeren und reicheren, dieeintreten würde, wenn man die Konjunktur ruhig ihrenWeg gehen ließe, zu schützen. Aber die Konsumsteuerdeshalb nicht einzuführen — daß ich das gesagt habe,hat mir der Herr Abgeordnete untergeschoben.

Der Herr Abgeordnete hat ferner gesagt, daß ichdie Absicht Hütte, die Besitzer durch Aufhebung der Grund-steuer zu erleichtern. Er hat sich nachher kurzerhandkorrigiert, aber doch nicht ganz genau: er sah ein, daßdas, was er zu sagen beabsichtigte, unzutreffend war,und schob mir unter, daß ich die Besitzer von den Zu-schlägen befreien wollte. Ich habe in meiner erstenRede gesagt, daß ungerechte und ungleiche Besteuerungenzu denjenigen Institutionen gehören, die Unzufriedenheitmit den bestehenden Zuständen verursachen. Zu den un-gerechten Besteuerungen gehört zweifellos die Grundsteueran sich; es ist aber nicht möglich, diese Ungerechtigkeitheutzutage durch Aufhebung der Grundsteuer wieder gut-zumachen, weil nian dadurch nur eine neue Ungerechtig-keit begehen würde. Wohl aber empfiehlt es sich zurErhaltung des Gefühls, daß die verschiedenen Klassenbei uns gleichmäßig und gerecht besteuert werden, daßman diese Ungerechtigkeit der Grundsteuer nicht in jedemJahre durch Zuschläge erneuere und eine neue Auflagedieser Ungerechtigkeit mit jedem Zuschläge mache. Zu-