Druckschrift 
15 (1891) Polenfrage, Kirchenfriede, Septennat
Entstehung
Seite
123
Einzelbild herunterladen
 

Herr Richter hat keine Eile.

123

die Regierung will, und die braucht nur etwas zu wollen,dann weiß ich genau, was der Herr Abgeordnete Richterwill. Ich weiß ihn vollständig auswendig; so, wie ichmich kenne, weiß ich auch, was er ist: er ist immer dasKomplement zu den Absichten der Negierung. Es gibtnoch kein einziges Beispiel der Abweichung; und wennMitglieder seiner eigenen Fraktion hier unter Umständen,wie neulich bei der Kolonialfrage, sich herbeigelassen haben,den Bemühungen und Anstrengungen der Regierungenentgegenzukommen, so ist er gewiß nie dabei gewesen;er ist seinerseits vollständig intransigent jeder Vorlageder Regierung gegenüber. Also was soll ich mich nachdessen Ansichten noch weiter erkundigen?

Der Herr Abgeordnete Richter hat mir vorgehalten— was ja auch ein erheblicher Beweis von Anmaßungmeinerseits sei, — als. wäre ich der Meinung, daß dasReich auf meinen zwei Augen basiert wäre, und daßdas, was überhaupt geschehen könnte zur Konsolidationdes Reiches, jetzt zu meinen Lebzeiten geschehen müßte.Nun, da hat der Herr Abgeordnete Richter wohl nichtgenau zugehört oder hat sich die Sache zurechigelegt nachseinem Bedürfnis, was ich nach seinem Wunsch gesagthaben sollte. Ich habe nichts derartiges gesagt, sondernich habe nur die Eile, die ich überhaupt mit der Vor-lage habe, entschuldigen und motivieren wollen — wennSie wollen — mit der Höflichkeitsentschuldigung, daßich gern bei der Vollendung des Werkes, dem ich dengrößten Teil meines Lebens gewidmet habe, noch Mit-wirken möchte. Der Herr Abgeordnete Richter hat janoch keine Eile; er hat noch eine große Zukunft vor sich.(Heiterkeit rechts.)

Er hat ferner gesagt, ich hätte die Konsumsteuer als